Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
Neue Chronik-Einträge
| Russland | 15.01.2026 | Die EU-Kommission kündigt an, im Februar die Preisobergrenze für russisches Öl auf 44,10 US-Dollar je Barrel abzusenken. Die Preisobergrenze für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder Türkei wurde unter anderem von der EU als eine der Sanktionen als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 eingeführt. Ziel ist, dass Russland nicht von Preisanstiegen für Öl profitiert. Die Preisobergrenze wurde zuletzt im vergangenen Sommer angepasst und liegt derzeit bei 47,60 US-Dollar je Barrel. |
| Russland | 16.01.2026 | Als Reaktion auf Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zur Wiederherstellung eines Dialogs mit Russland erklärte der russische Präsident Wladimir Putin, Russland sei bereit, die diplomatischen Beziehungen zu den EU-Staaten wieder auf Vorkriegsniveau zu bringen. Offizielle Kontakte und Geschäftsbeziehungen seien stark zurückgegangen, auch die Zusammenarbeit in zentralen außenpolitischen Fragen ruhe. Voraussetzung sei jedoch der Respekt vor nationalen Interessen und die Berücksichtigung legitimer Sicherheitsbedenken. Zuvor hatten verschiedene europäische Staats- und Regierungschefs Forderungen nach direkten Gesprächen mit dem Hinweis auf Putins mangelnde Bereitschaft zu echten Friedensverhandlungen zurückgewiesen. |
| Russland | 17.01.2026 | Die Internationale Atomenergie-Behörde teilt mit, dass sich Russland und die Ukraine auf einen lokalen Waffenstillstand geeinigt hätten, um Reparaturen an einer Ersatzstromleitung des Kernkraftwerks im ukrainischen Saporischschja zu ermöglichen. Die Leitung war Anfang Januar beschädigt und abgeschaltet worden. Das Kraftwerk steht seit März 2022 unter russischer Besatzung. Russland und die Ukraine werfen sich seitdem gegenseitig vor, durch Angriffe das Risiko einer nuklearen Katastrophe zu erhöhen. |
| Russland | 23.01.2026 | Im Kreml treffen Präsident Wladimir Putin und mit Vertreter:innen der USA zu Gesprächen über einen möglichen Frieden in der Ukraine zusammen. Nach Angaben des außenpolitischen Beraters Jurij Uschakow dauert das Treffen mit dem Sondergesandten Steve Witkoff, Jared Kushner und weiteren US-Vertreter:innen rund vier Stunden; es sei „nützlich“ und „offen“. Uschakow betont, Putin sei grundsätzlich zu einer diplomatischen Lösung bereit, bestehe aber auf territorialen Zugeständnissen im Donbas als Voraussetzung für ein langfristiges Abkommen. |
| Russland | 23.01.2026 | In Abu Dhabi beginnen erstmals seit Monaten direkte Verhandlungen zwischen Vertretungen Russlands und der Ukraine im Beisein der USA über einen möglichen Waffenstillstand und weitere Schritte zu einem Friedensabkommen. Die russische Delegation wird vom Chef des Militärgeheimdienstes Igor Kostjukow geleitet. Die Gespräche enden nach zwei Tagen ohne Durchbruch, sollen aber in der folgenden Woche fortgesetzt werden. Die Ukraine als auch Russland bewerten die Begegnungen als „konstruktiv“, betonen aber, dass kurzfristig keine Einigung zu erwarten sei. Während der Verhandlungsrunde setzt Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine fort. |
Über die Russland-Analysen
Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.
Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.
Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.
