Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
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Russland-Analysen Nr. 484 vom 24.06.2026


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Neue Chronik-Einträge
Russland26.06.2026Russland — 26.06.2026
Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim rufen die Behörden wegen anhaltender Probleme bei der Strom- und Treibstoffversorgung den regionalen Notstand aus. Hintergrund sind fortgesetzte ukrainische Angriffe auf Energie- und Logistikinfrastruktur. Auf der Halbinsel kam es zu Versorgungsengpässen, Verkehrsproblemen und Beeinträchtigungen des Tourismus. Die Behörden versicherten, dass der Notstand keine zusätzlichen Einschränkungen für die Bevölkerung mit sich bringe. Die ukrainische Regierung erklärte, ihre Strategie ziele auf eine weitere Isolation der Halbinsel und eine Schwächung der russischen Logistik ab.
Russland26.06.2026Russland — 26.06.2026
Russland und die Ukraine tauschen unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate jeweils 160 Kriegsgefangene aus. Nach ukrainischen Angaben waren alle freigelassenen ukrainischen Soldaten seit 2022 in russischer Gefangenschaft. Zeitgleich setzte die Ukraine ihre Drohnenangriffe fort. Der ukrainische Geheimdienst SBU meldete Angriffe auf russische Marineschiffe und Luftabwehrstellungen in Kertsch auf der von Russland annektierten Krim. Russland sprach von der Abwehr von insgesamt 660 ukrainischen Drohnen und bezeichnete dies als die bislang schwerste Angriffswelle des Jahres.
Russland26.06.2026Russland — 26.06.2026
Der frühere russische Verteidigungsminister und langjährige Putin-Vertraute Sergej Iwanow ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Iwanow galt 2007 zeitweise als möglicher Nachfolger Putins, verlor jedoch später an politischem Einfluss und war zuletzt Sonderbeauftragter für Umwelt- und Verkehrsfragen. Eine Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.
Russland27.06.2026Russland — 27.06.2026
Ukrainischen Angaben zufolge wird die Rüstungsfabrik „Titan-Barrikady“ im russischen Wolgograd mit „Flamingo“-Marschflugkörpern getroffen. Dort sollen Komponenten für russische Artillerie- und Raketensysteme hergestellt werden. Russische Behörden melden Schäden an Industrieanlagen und mindestens zehn Verletzte. Parallel setzte Russland seine Angriffe auf ukrainische Regionen fort. In Dnipropetrowsk und Sumy wurden nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet, weitere wurden verletzt.
Russland29.06.2026Russland — 29.06.2026
Der Kriegsveteran Alexander Lunin wird von einem Gericht in der Oblast Woronesh wegen der Verwendung extremistischer bzw. natio-nalsozialistischer Symbolik zu einer mehrtägigen Haftstrafe verurteilt. Eine Woche zuvor hatte Lunin in einem Video die Zustände in der russischen Armee – darunter Folter, Arrest, Erpres-sung durch Ranghöhere und „Kamikazekommandos“ – an-geprangert. Er bittet darin um ein persönliches Treffen mit Präsident Wladimir Putin und erklärt, die russische Armee sei bereit, „mit Waffen nach Moskau zu gehen“, um gegen die politische Führung vorzugehen, falls er kein Gehör finde. Das Video erreicht millionenfache Klickzahlen.
Über die Russland-Analysen

Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.

Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.


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