Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
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Russland-Analysen Nr. 480 vom 22.04.2026


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Neue Chronik-Einträge
Russland07.04.2026Russland — 07.04.2026
Der Preis der russischen Rohölsorte „Urals“ steigt Anfang April infolge globaler Angebotsengpässe auf über 116 US-Dollar Pro Barrel und erreicht damit den höchsten Stand seit 2013. Dies berichtet die US-amerikanische Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Russland etabliert sich zurzeit als wichtiger alternativer Lieferant, insbesondere für asiatische Länder, die stark von Importen aus dem Nahen Osten abhängig sind. Gleichzeitig lockerten die USA vorübergehend die Sanktionen für die Lieferung und den Verkauf von russischem Rohöl und Erdölprodukten.
Russland09.04.2026Russland — 09.04.2026
Das Oberste Gericht in Moskau stuft die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ als extremistisch ein und verbietet ihre Tätigkeit in Russland. Damit folgt es einem Antrag des russischen Justizministeriums. Mit dem Urteil wird es den Behörden erleichtert, Unterstützer:innen strafrechtlich zu verfolgen und Kontakte zur Organisation zu ahnden. „Memorial“ hatte seit 1989 insbesondere Verbrechen der Stalin-Zeit aufgearbeitet und zuletzt auch Menschenrechtsverletzungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine dokumentiert. 2022 war die Organisation mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.
Russland10.04.2026Russland — 10.04.2026
Sowohl die Ukraine als auch Russland melden Verstöße gegen die für das orthodoxe Osterfest vereinbarte Waffenruhe. Nach ukrainischen Angaben wurden mehrere hundert Angriffe registriert, darunter Drohnenangriffe und Bombardements. Auch russische Regionalbehörden berichteten von Angriffen durch die Ukraine. Ungeachtet der Vorwürfe bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Einhaltung der Feuerpause und sprach sich für eine Verlängerung aus.
Russland10.04.2026Russland — 10.04.2026
Ein Militärgericht in Moskau verurteilt den ehemaligen stellvertretenden russischen Verteidigungsminister Pawel Popow zu 19 Jahren Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis. Popow war von November 2013 bis Juni 2024 stellvertretender Verteidigungsminister. Seine Festnahme erfolgte im August 2024 im Rahmen umfassender Umstrukturierungsmaßnahmen im russischen Militär, die auch die Absetzung des langjährigen russischen Verteidigungsministers Sergej Schojgu sowie Ermittlungen gegen hochrangige Offizier:innen zur Folge hatte. Popow wird unter anderem wegen Betrugs, Bestechung, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 85 Millionen Rubel (rund 953.000 Euro), entzog Popow staatliche Auszeichnungen und seinen Rang als General im Ruhestand.
Russland11.04.2026Russland — 11.04.2026
Kurz vor dem orthodoxen Osterfest tauschen die Ukraine und Russland jeweils 175 Kriegsgefangene aus. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die Vereinbarung sei von den Vereinigten Arabischen Emiraten vermittelt worden. Auch sieben Zivilist:innen aus der russischen Region Kursk, die sich nach russischen Angaben in ukrainischer Gefangenschaft befunden hatten, wurden freigelassen.
Über die Russland-Analysen

Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.

Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.


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