Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
Neue Chronik-Einträge
| Russland | 21.01.2026 | Der Anteil an Autohäusern, die Fahrzeuge chinesischer Marken verkaufen, ist in Russland im Jahr 2025 um sieben Prozent auf rund 2.600 Standorte gesunken. Der russische Automarkt schrumpfte nach Angaben der Marktforschungsagentur „Awtostat“ im Jahr 2025 um fast 16 Prozent, der Absatz chinesischer Fahrzeuge sank im Jahresvergleich um 23 Prozent. Der russische Autohändlerverband erklärt diesen Rückgang mit einer zu schnellen Expansion chinesischer Hersteller nach Russland in den Vorjahren, nachdem sich westliche Marken infolge des Kriegs gegen die Ukraine aus dem russischen Markt zurückgezogen hätten. |
| Russland | 21.01.2026 | Bei einem mutmaßlichen ukrainischen Luftangriff auf die russische Teilrepublik Adygeja im Nordkaukasus sind nach Angaben der regionalen Behörden mindestens 13 Menschen verletzt worden. Das Oberhaupt der Republik, Murat Kumpilow, erklärte zunächst, eine ukrainische Drohne habe ein Wohnhaus in unmittelbarer Nähe der Stadt Krasnodar getroffen. Unabhängige Militärexpert:innen gehen jedoch davon aus, dass eine russische Flugabwehrrakete, die ihr Ziel verfehlt hat, die Explosionen verursacht hat. Darauf deuteten Videoaufnahmen der Explosionen hin. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat die russische Luftabwehr in der Nacht auf Mittwoch 52 ukrainische Drohnen über dem Gebiet von Krasnodar abgeschossen. |
| Russland | 22.01.2026 | Der deutsche Außenminister Johann Wadephul teilt mit, dass Deutschland einen Mitarbeiter der russischen Botschaft ausweist, der für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben soll. Er sei als Kontaktmann für eine Deutsch-Ukrainerin aufgetreten, die kurz zuvor wegen mutmaßlicher Spionagetätigkeit verhaftet worden war. Sie soll den Botschaftsmitarbeiter unter anderem Informationen zu Standorten der Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine übermittelt haben. |
| Russland | 23.01.2026 | Im Kreml treffen Präsident Wladimir Putin und mit Vertreter:innen der USA zu Gesprächen über einen möglichen Frieden in der Ukraine zusammen. Nach Angaben des außenpolitischen Beraters Jurij Uschakow dauert das Treffen mit dem Sondergesandten Steve Witkoff, Jared Kushner und weiteren US-Vertreter:innen rund vier Stunden; es sei „nützlich“ und „offen“. Uschakow betont, Putin sei grundsätzlich zu einer diplomatischen Lösung bereit, bestehe aber auf territorialen Zugeständnissen im Donbas als Voraussetzung für ein langfristiges Abkommen. |
| Russland | 23.01.2026 | In Abu Dhabi beginnen erstmals seit Monaten direkte Verhandlungen zwischen Vertretungen Russlands und der Ukraine im Beisein der USA über einen möglichen Waffenstillstand und weitere Schritte zu einem Friedensabkommen. Die russische Delegation wird vom Chef des Militärgeheimdienstes Igor Kostjukow geleitet. Die Gespräche enden nach zwei Tagen ohne Durchbruch, sollen aber in der folgenden Woche fortgesetzt werden. Die Ukraine als auch Russland bewerten die Begegnungen als „konstruktiv“, betonen aber, dass kurzfristig keine Einigung zu erwarten sei. Während der Verhandlungsrunde setzt Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine fort. |
Über die Russland-Analysen
Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.
Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.
Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.
