Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
Neue Chronik-Einträge
| Russland | 19.03.2026 | Der Kreml verurteilt nach Angaben von Gazprom eine Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf drei Kompressorstationen in der Region Krasnodar, die für den Betrieb der Pipelines TurkStream und Blue Stream zuständig sind; zwischen dem 17. und 19. sollen 26 Drohnen abgefangen worden sein, ohne dass Schäden oder Verletzte gemeldet wurden. Kremlsprecher Dmitri Peskow nennt die Angriffe „unverantwortlich und gedankenlos“ und warnt, sie könnten angesichts ohnehin angespannter globaler Energiemärkte die Lage in der Region und weltweit weiter destabilisieren. |
| Russland | 19.03.2026 | Der Gouverneur der russischen Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, bestätigt, dass aufgrund der zeitweisen Abschaltung des Internets Einwohner:innen nicht rechtzeitig vor ukrainischen Angriffen gewarnt würden und deshalb zu Schaden kämen. Er sei dazu mit den Sicherheitsbehörden in Kontakt, um eine Lösung zu finden, damit Warnsysteme und staatlich kontrollierte Kommunikationsdienste trotz abgeschalteten Internets funktionierten. Laut Medienberichten kamen im Jahr 2025 mindestens 147 Menschen in der Region durch Drohnenangriffe, Beschuss und Explosionen ums Leben. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 mindestens 429. |
| Russland | 20.03.2026 | Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten sind die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine ins Stocken geraten. Zeitgleich stellte Russland eine teilweise Waffenruhe für Angriffe auf die Energie-Infrastruktur in Aussicht. Im Gegenzug soll die Ukraine Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen einstellen und „die Erpressung anderer Länder im Energiesektor“ beenden. Hintergrund sind gegenseitige Vorwürfe zu Angriffen auf Energieanalagen und Streitigkeiten über russische Pipeline-Lieferungen nach Ungarn. |
| Russland | 21.03.2026 | Unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur „Tass“ über einen der größten ukrainischen Angriffe auf russisches Gebiet seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges gegen die Ukraine. 283 ukrainische Drohnen seien über russischem Staatsgebiet abgefangen worden. Auch die russische Hauptstadt Moskau sei Ziel des Angriffs gewesen. In der Region Saratow wurden zwei Menschen verletzt und mehrere Häuser beschädigt. Gleichzeitig griff Russland die Ukraine mit mehr als 150 Drohnen an. |
| Russland | 22.03.2026 | In Sankt Petersburg wird erstmals ohne offizielle Warnung vor Drohnenangriffen der mobile Internetzugang testweise auf eine „weiße Liste“ beschränkt: In mehreren Stadtteilen funktionieren nur noch von der Regierung freigegebene Ressourcen, darunter staatliche Portale, russische Suchmaschinen, soziale Netzwerke wie „VKontakte“ und „Odnoklassniki“, der Videohoster Rutube sowie ausgewählte Banken und Propagandamedien wie die „Komsomolskaja Prawda“. Während die Stadtverwaltung und das Verteidigungsministerium keine Angriffe melden, beschreiben Nutzer das Netz als „nicht funktionierend“ und kritisieren die Störungen für Wirtschaft und private Kommunikation; Experten sehen darin einen weiteren Schritt zur flächendeckenden Einführung eines vom globalen Internet abgekoppelten „souveränen Runet“, der bis 2028 vollständig umgesetzt werden könnte. |
Über die Russland-Analysen
Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.
Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.
Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.
