Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
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Russland-Analysen Nr. 479 vom 26.03.2026


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Neue Chronik-Einträge
Russland18.03.2026Russland — 18.03.2026
Recherchen des russischen Investigativjournalisten Andrej Sacharow zufolge, ist der Sohn des ersten stellvertretenden Direktors des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Sergej Koroljow, in leitender Position bei dem IT-Konzern „X Holding“ tätig, der zentrale Technik zur Internetüberwachung und -zensur in Russland bereitstellt. Das Unternehmen zählt zu den größten der Branche und profitiert von staatlichen Aufträgen. Vor dem Hintergrund des Kriegs gegen die Ukraine verstärkten russische Behörden die Kontrolle über das Internet. Gleichzeitig erwarb die Familie Koroljows in den vergangenen Jahren umfangreiche Vermögenswerte, Boris Koroljow besitzt mehrere Luxusimmobilien in Sankt Petersburg und im Moskauer Umland. Auch der Sohn des früheren Sekretärs des russischen Sicherheitsrats und ehemaligen FSB-Direktors Nikolaj Patruschew besitzt 25 Prozent der Vermögensanteile an einem IT-Sicherheitsunternehmen. „Cross Technologies“ ist auf Informationssicherheit, Betrug und Lösungen zur Abwehr von Cyberangriffen spezialisiert.
Russland18.03.2026Russland — 18.03.2026
Die russische Staatsduma verabschiedet in erster Lesung ein Gesetz, das unter bestimmten Bedingungen Bauvorhaben in Naturschutzgebieten ermöglicht. Vorgesehen sind Ausnahmen insbesondere für Verteidigungsanlagen, wirtschaftliche Entwicklungsvorhaben sowie bei Verlust des Schutzwertes durch Umweltbelastungen. Der Entwurf sieht ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren vor. Expert:innen kritisieren unklare Formulierungen und mögliche weitreichende Eingriffe in Schutzgebiete.
Russland19.03.2026Russland — 19.03.2026
Der Gouverneur der russischen Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, bestätigt, dass aufgrund der zeitweisen Abschaltung des Internets Einwohner:innen nicht rechtzeitig vor ukrainischen Angriffen gewarnt würden und deshalb zu Schaden kämen. Er sei dazu mit den Sicherheitsbehörden in Kontakt, um eine Lösung zu finden, damit Warnsysteme und staatlich kontrollierte Kommunikationsdienste trotz abgeschalteten Internets funktionierten. Laut Medienberichten kamen im Jahr 2025 mindestens 147 Menschen in der Region durch Drohnenangriffe, Beschuss und Explosionen ums Leben. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 mindestens 429.
Russland20.03.2026Russland — 20.03.2026
Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten sind die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine ins Stocken geraten. Zeitgleich stellte Russland eine teilweise Waffenruhe für Angriffe auf die Energie-Infrastruktur in Aussicht. Im Gegenzug soll die Ukraine Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen einstellen und „die Erpressung anderer Länder im Energiesektor“ beenden. Hintergrund sind gegenseitige Vorwürfe zu Angriffen auf Energieanalagen und Streitigkeiten über russische Pipeline-Lieferungen nach Ungarn.
Russland21.03.2026Russland — 21.03.2026
Unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur „Tass“ über einen der größten ukrainischen Angriffe auf russisches Gebiet seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges gegen die Ukraine. 283 ukrainische Drohnen seien über russischem Staatsgebiet abgefangen worden. Auch die russische Hauptstadt Moskau sei Ziel des Angriffs gewesen. In der Region Saratow wurden zwei Menschen verletzt und mehrere Häuser beschädigt. Gleichzeitig griff Russland die Ukraine mit mehr als 150 Drohnen an.
Über die Russland-Analysen

Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.

Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.


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