Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
Neue Chronik-Einträge
| Russland | 27.08.2026 | Das russische Außenministerium erklärt einen Mitarbeiter der rumänischen Botschaft in Moskau zur Persona non grata. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Rumänien im vergangenen Monat. Rumänien hatte diesen nach einer Reihe von Luftraumverletzungen durch russische Drohnen ausgewiesen. Im Mai war im rumänischen Galati ein Wohnhaus durch eine abstürzende russische Drohne getroffen worden. Russland wies die Verantwortung für den Vorfall zurück. |
| Russland | 27.08.2026 | In Sankt Petersburg wird ein Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte getötet. Vorläufigen Angaben zufolge detonierte ein in seinem Fahrzeug angebrachter provisorischer Sprengsatz. Seine Ehefrau wird schwer verletzt. Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren ein. Nach tödlichen Anschlägen auf russische Militärangehörige am 01. August in Moskau und am 13. August in Sewastopol ist dies bereits der dritte gemeldet Anschlag im August. |
| Russland | 28.08.2026 | Das Bezirksgericht im russischen Swerdlowsk schließt die Liste der liberalen Partei „Jabloko“ von der bevorstehenden Wahl zur Regionalversammlung aus. Es gibt damit der Klage der nationalistischen „Liberaldemokratischen Partei Russlands“ (LDPR) statt. Diese hatte „Jabloko“ unter anderem Urheberrechtsverletzungen und die Verbreitung von Inhalten auf in Russland gesperrten Plattformen wie „Instagram“ oder „Facebook“ vorgeworfen. Konstantin Kisseljow, Spitzenkandidat von „Jabloko“ in der Region, kündigte Berufung an. Swerdlowsk ist bereits die sechste Region, in der die Liste von „Jabloko“ von den Regionalwahlen ausgeschlossen wird. Zuvor war die Partei bereits von den landesweiten Dumawahlen ausgeschlossen worden. |
| Russland | 28.08.2026 | Der Gouverneur der russischen Region Rostow, Jurij Sljussar, verhängt aufgrund zunehmender Absatz- und Exportproblemen von Getreide den Notstand. In der Region werden fast zehn Prozent des landesweit geernteten Getreides angebaut. Wegen ukrainischer Drohnenangriffe seit Mitte Juli sei der Betrieb der Häfen am Asowschen Meer eingestellt, sodass sich erhebliche Mengen an Agrarerzeugnissen angesammelt hätten, die nicht verschifft werden könnten. Die Weizenausfuhr sank im August auf 1,9 Millionen Tonnen und damit auf ein 16-Jahres-Tief. Zugleich ließen die überfüllten Lager die russischen Getreidepreise deutlich fallen. |
| Russland | 28.08.2026 | Angesichts von Gerüchten über eine mögliche neue Mobilisierung unmittelbar nach den Dumawahlen im September ist die Zahl der Russ:innen, die die Grenze in Richtung Georgien überqueren, stark angestiegen. Nach Angaben des russischen Föderalen Zolldienstes überquerten innerhalb der vergangenen Woche rund 113.000 Menschen die Grenze. Der Duma-Abgeordnete und Mitglied des Verteidigungsausschusses, Viktor Sobolew, bestritt Pläne für eine neue Mobilisierung und verwies darauf, dass der Personalbedarf der Streitkräfte derzeit durch die Anwerbung von Vertragssoldat:innen gedeckt sei. |
Über die Russland-Analysen
Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.
Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.
Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.
