Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
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Russland-Analysen Nr. 447 vom 27.03.2024


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Neue Chronik-Einträge
Russland13.03.2024Russland — 13.03.2024
Leonid Wolkow, der frühere Vorsitzende der Anti-Korruptionsstiftung und Weggefährte von Alexej Nawalnyj, wird vor seinem Haus in Litauen brutal angegriffen. Der litauische Geheimdienst spricht von einem Angriff »organisiert durch Russland«.
Russland15.03.2024Russland — 15.03.2024
Berichten des Mediums »RBK« zufolge ist Boris Kowaltschuk, der Sohn des Miteigentümers der Bank »Rossija«, Jurij Kowaltschuk, zum stellvertretenden Leiter der Präsidialkontrolldirektion, einer Abteilung der Präsidialadministration, die die Umsetzung der Weisungen des Präsidenten und des Ministerpräsidenten durch föderale und regionale Regierungsorgane überprüft, ernannt worden.
Russland15.03.2024Russland — 15.03.2024
In Russland beginnen die »Präsidentschaftswahlen«, die zwischen dem 15.03. und 17.03.2024 stattfinden. Dabei kommt es zu Festnahmen von mutmaßlichen Wahlsaboteur:innen. Von den Sicherheitsbehörden wird oft die Ukraine als im Hintergrund agierende Kraft beschuldigt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind nach der Schließung der Wahllokale über 60 Strafverfahren wegen Farb- oder Brandanschlägen auf Urnen und Wahlstellen eingeleitet. Während der Wahlen finden weiterhin Drohnenangriffe durch die Ukraine in der Region Belgorod statt. Umfassende Sicherheitsmaßnahmen oder Sonderregelungen werden in dem betroffenen Gebiet nicht eingeleitet. Auch in den faktisch annektierten und teils besetzten ukrainischen Gebieten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja werden die »Präsidentschaftswahlen« abgehalten. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtet einen Tag nach dem Ende der Wahlen, dass Wladimir Putin 95,23 % der Stimmen in der Donezker Volksrepublik erhalten hat. Es gibt Berichte von Druck, der auf Wähler:innen im Vorfeld und während der Wahlen ausgeübt wurde. Gegen grundlegende Kriterien freier, unabhängiger und fairer Wahlen wird verstoßen.
Russland17.03.2024Russland — 17.03.2024
Bei der Aktion »Mittag gegen Putin«, die von oppositionellen und unabhängigen Russ:innen initiiert wurde und Wähler:innen dazu aufruft, gesammelt am 17.03.2024 um 12 Uhr mittags Ortszeit wählen zu gehen und durch Warteschlangen ein Zeichen des Protests zu setzten, kommt es in vielen Städten Russlands und an russischen Botschaften und Konsulaten weltweit zu kleineren, bisweilen aber auch langen Warteschlangen. In Berlin beteiligt sich Julia Nawalnaja an der Aktion. Die Warteschlange erreicht zwischenzeitlich eine Länge von bis zu 1,3 km. Mehr als 80 Menschen werden russlandweit bei der Aktion festgenommen. Die Vorwürfe reichen von Beschädigung der Wahlscheine bis hin zu Diskreditierung der russischen Armee. Internationale Vertreter:innen, u. a. die der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), kritisieren den Ablauf der Wahlen. Unterschiedliche Verstöße, auch gegen das russische Wahlrecht, werden dokumentiert. Erste Stimmauszählungen werden bereits vor der Schließung der letzten Wahllokale bekannt gegeneben. Nach Berichten der unabhängigen Wahlbeobachtungsorganisation Golos kommt es russlandweit zu Fällen von Manipulationen von Stimmzettel und Wahlurnen, Druckausübung auf Wähler:innen durch Arbeitgeber:innen oder Strafverfolgungsbehörden in und außerhalb von Wahllokalen. Unabhängige Wahlbeobachter:innen weisen statistisch millionenfachen Wahlbetrug nach.
Russland18.03.2024Russland — 18.03.2024
Die Zentrale Wahlkommission gibt bekannt, dass Wladimir Putin bei den »Präsidentschaftswahlen« 87,28 % der Stimmen erhalten hat und damit für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt wurde. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 77,49 %.
Über die Russland-Analysen

Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.

Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.


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