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Aus den aktuellen Analysen
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| Russland | 18.05.2026 | Russland und Belarus beginnen gemeinsame militärische Übungen, bei denen der Kampfeinsatz taktischer Atomwaffen geprobt wird. Nach Angaben des belarussischen Verteidigungsministeriums liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf Maßnahmen zur Tarnung, auf weiträumigen Verlegungen sowie auf der Berechnung des Einsatzes von Kräften und Mitteln. Die belarussische Seite betont, die Übung sei planmäßig, richte sich nicht gegen Drittstaaten und stelle keine Bedrohung für die regionale Sicherheit dar. Das russische Verteidigungsministerium äußert sich zunächst nicht zu dem Manöver. |
| Polen | 18.05.2026 | In Anwesenheit von Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz wird in Dęblin ein Vertrag zwischen den Rüstungsunternehmen Wojskowe Zakłady Lotnicze (Polen) und Honeywell (USA) über den Technologietransfer zur Wartung von Abrams-Panzern unterzeichnet. Polen ist damit der erste Standort in Europa mit einem autorisierten Wartungszentrum. |
| Russland | 17.05.2026 | Präsident Wladimir Putin unterzeichnet einen Erlass, der Einwohner:innen der abtrünnigen moldauischen Region Transnistrien den Zugang zur russischen Staatsbürgerschaft deutlich erleichtert. Künftig können Menschen ab 18 Jahren einen russischen Pass erhalten, ohne die bisher übliche fünfjährige Wohnsitzpflicht in Russland zu erfüllen, Sprachprüfungen in Russisch abzulegen oder Kenntnisse über Geschichte und Staatsbürgerkunde nachzuweisen. Nach Schätzungen besitzen bereits jetzt rund 200.000 bis 250.000 der etwa 450.000 Einwohner:innen Transnistriens die russische Staatsbürgerschaft. Mit dem Dekret verstärkt Moskau den politischen Druck auf die Republik Moldau und folgt einem Muster, das zuvor bereits in anderen von Russland beeinflussten Konfliktregionen wie dem Donbass, Abchasien und Südossetien angewandt wurde. In Reaktion darauf kritisiert die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, den Erlass scharf und stellt einen Zusammenhang zur Rekrutierung von Soldat:innen für den Krieg gegen die Ukraine her. Sie warnt, dass die Maßnahme die Sicherheitslage in Moldau weiter verschärfe und verweist darauf, dass Russland in der Vergangenheit wiederholt den Schutz eigener Staatsbürger:innen als Begründung für militärische Schritte in anderen Ländern angeführt hat. |
| Russland | 17.05.2026 | In der Nacht greift die Ukraine mit einem massiven Drohnenangriff die Region Moskau an und trifft nach Angaben russischer Behörden mehrere Energieanlagen, einen Betrieb der Rüstungsindustrie und den Flughafen Scheremetjewo. Die russische Luftabwehr meldet die Abwehr von mehr als 500 Drohnen. Betroffen sind 14 Regionen, hauptsächlich rund um die Hauptstadt, so das Verteidigungsministerium. In der Oblast Moskau kommen mindestens drei Menschen ums Leben, zahlreiche weitere werden verletzt. In Belgorod trifft eine Drohne nach Angaben der örtlichen Behörden einen Lastkraftwagen und tötet dabei einen Menschen. Die ukrainische Seite erklärt, sie nehme militärische und energie wirtschaftliche Infrastruktur in Russland ins Visier, weil diese direkt zur Fortführung des Angriffskriegs gegen die Ukraine beitrage. Zuvor hatte ein ukrainischer Drohnenangriff in der Nacht zum 15. Mai die von Rosneft betriebene Erdölraffinerie bei Rjasan in Brand gesetzt und dabei mindestens vier Menschen getötet sowie Dutzende verletzt. Tage zuvor starben in Kyjiw mindestens 24 Menschen durch einen Luftangriff der russischen Seite. Staatsmedien berichten kaum über die Angriffe. Trotz eines Verbots, Bilder und Videos der Angriffe und Schäden zu veröffentlichen, werden sie in sozialen Medien geteilt. |
| Polen | 16.05.2026 | Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz schreibt im Nachrichtendienst X, dass zurzeit ein Umstrukturierungsprozess der in Europa stationierten US-amerikanischen Streitkräfte stattfindet. Polen schlage seit langem vor, die Zahl der ständig anwesenden US-Soldaten in Polen auf Kosten der dem Rotationsprinzip unterstehenden Soldaten zu erhöhen. Im Hintergrund stehen aktuell zirkulierende Medienberichte, dass 4.000 Soldaten, die im Rotationsprinzip ausgetauscht werden sollten, nicht ersetzt würden. |
Über die Länder-Analysen
Die Länder-Analysen bieten regelmäßig im kostenlosen Abonnement kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Ostmitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien. Alle Länder-Analysen verstehen sich als Teil eines gemeinsamen Projektes, das der wissenschaftlich fundierten, allgemeinverständlich formulierten Analyse der Entwicklungen im östlichen Europa, der Offenheit für verschiedene inhaltliche Positionen und der kostenlosen und nicht-kommerziellen Information einer breit verstandenen interessierten Öffentlichkeit verpflichtet ist.
Für die Länder-Analysen schreiben internationale Fachwissenschaftler/innen und Expert/innen. Die Redaktionen der Länder-Analysen bestehen aus Wissenschaftler/innen mit langjähriger Forschungserfahrung zu den jeweiligen Ländern. Angaben zu den jeweiligen Redaktionen finden sich auf der Seite Redaktionen/Beiräte und im Impressum in jeder einzelnen Ausgabe.
Die deutschsprachigen Länder-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Bereits seit 2003 erscheinen die Russland-Analysen. 2006 wurde das Länderspektrum um Ukraine-Analysen und Polen-Analysen erweitert. 2008 sind zusätzlich die Zentralasien-Analysen hinzugekommen, die sich mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan beschäftigen. Seit 2011 gibt es außerdem noch Belarus-Analysen. Für nähere Informationen zu den einzelnen Länder-Analysen wählen Sie das entsprechende Angebot bitte über die Navigation.
Alle Angebote können kostenlos per E-Mail abonniert werden. Bei den einzelnen Länder-Analysen stehen auch jeweils Archive aller bisher erschienen Ausgaben mit Autoren- und Themenindizes zur Verfügung sowie eine fortlaufende Chronik aktueller Ereignisse.
Zusätzlich besitzen die Länder-Analysen drei englischsprachige Partner-Publikationen, die von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen gemeinsam mit dem Center for Security Studies der ETH Zürich, dem Center for Eastern European Studies der Universität Zürich und weiteren Institutionen herausgegeben werden: Ukrainian Analytical Digest, Russian Analytical Digest und Caucasus Analytical Digest
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