Länder-Analysen

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Aus den aktuellen Analysen
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Belarus-Analysen Nr. 84

Folgsame Steuerzahler*innen ohne politische Stimme:
Paternalismus in belarusischen Staatsmedien

Die vom Staat kontrollierten Medien schirmen nicht nur die Regierung von Kritik ab und versuchen, alternative Stimmen zu delegitimieren. Sie reproduzieren auch auf subtileren Wegen die autoritäre Herrschaft, indem sie die Vorstellungen der Bevölkerung über ihr Verhältnis zum Staat prägen. Der Beitrag untersucht einen dieser Mechanismen, nämlich den Diskurs über Steuerzahler*innen in der staatlichen belarusischen Presse. (…)

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Russland-Analysen Nr. 485

Ungleichheit in Zeiten der russischen Kriegswirtschaft

Russlands großangelegte Invasion in der Ukraine hat sowohl das Ausmaß als auch die Muster der sozioökonomischen Ungleichheit innerhalb Russlands selbst beeinflusst. Die Strategie des »militärischen Keynesianismus«, die auf massive Militärausgaben setzt, um militärische und wirtschaftliche Bedürfnisse gleichzeitig zu decken, kam den Haushalten und Gebieten zugute, die direkt in die Kriegsanstrengungen eingebunden waren, was zu einer gewissen Umverteilung von Ressourcen geführt hat. Die indirekten Folgen dieser Strategie haben jedoch das allgemeine Ausmaß der Ungleichheit verschärft, wodurch diese Umverteilungseffekte zunichte gemacht wurden und die zunehmende Ungleichheit hinsichtlich der Belastung durch die negativen Folgen des Krieges in Zukunft zu einer Quelle sozialer Spannungen in Russland zu werden droht.

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Polen-Analysen Nr. 368

Künstliche Intelligenz in Polen:
Lässt sich das heimische Potential steigern?

Mateusz Łabuz
Im Jahr 2026 verfügt Polen über fast alles, was notwendig ist, um das eigene Potential im Bereich Entwicklung und Einführung Künstlicher Intelligenz (KI) auszubauen. Das vermittelt ein umfangreiches, 2025 von der Regierung verabschiedetes Strategiepapier. Polen hat den größten Pool von IT-Spezialisten in Ostmitteleuropa, eine starke Wirtschaft und es kann günstige makroökonomische Indizes vorweisen. (…)
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Ukraine-Analysen Nr. 334

Lehren aus dem Krieg über gesellschaftliche Resilienz, oder:
Was Europa von der Ukraine lernen könnte

Valerii Pekar, Yuliya Shtaltovna
Als Russland im Februar 2022 seine groß angelegte Invasion begann, sagten viele internationale Beobachter: innen voraus, dass die Ukraine innerhalb weniger Wochen zusammenbrechen würde. Stattdessen zeigte die ukrainische Gesellschaft eine bemerkenswerte Resilienz, Anpassungsfähigkeit und zivile Mobilisierung. Dieser Artikel identifiziert zentrale gesellschaftliche Praktiken, die sich während mehr als 1.500 Tagen des umfassenden Krieges und eines Jahrzehnts russischer Aggression herausgebildet haben. (…)
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Zentralasien-Analysen Nr. 173

Usbekistans Verkehrsreformen:
Nichtlineare Pfade der Modernisierung

Mariya Petrova
Die Bereitstellung eines leistungsfähigen Mobilitätsangebots, die effiziente Regulierung des Verkehrs sowie eine gerechte Verteilung des knappen Straßenraums zwischen allen Verkehrsteilnehmern gehören weltweit zu den zentralen Herausforderungen städtischer Entwicklung. In Usbekistan fallen diese besonders stark ins Gewicht: rapides Bevölkerungswachstum, rasche Urbanisierung, ein anhaltender Bauboom und die zunehmende Motorisierung überfordern vielerorts die infrastrukturellen Kapazitäten der Städte, deren öffentliche Verkehrssysteme über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt wurden. Seit einigen Jahren sind jedoch verstärkte Bemühungen zu beobachten, diesen Herausforderungen zu begegnen und die Verkehrsinfrastruktur durch unterschiedliche Reformmaßnahmen zu modernisieren. (…)
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Neue Chronik-Einträge
Russland28.08.2026Russland — 28.08.2026
Angesichts von Gerüchten über eine mögliche neue Mobilisierung unmittelbar nach den Dumawahlen im September ist die Zahl der Russ:innen, die die Grenze in Richtung Georgien überqueren, stark angestiegen. Nach Angaben des russischen Föderalen Zolldienstes überquerten innerhalb der vergangenen Woche rund 113.000 Menschen die Grenze. Der Duma-Abgeordnete und Mitglied des Verteidigungsausschusses, Viktor Sobolew, bestritt Pläne für eine neue Mobilisierung und verwies darauf, dass der Personalbedarf der Streitkräfte derzeit durch die Anwerbung von Vertragssoldat:innen gedeckt sei.
Russland28.08.2026Russland — 28.08.2026
Der Gouverneur der russischen Region Rostow, Jurij Sljussar, verhängt aufgrund zunehmender Absatz- und Exportproblemen von Getreide den Notstand. In der Region werden fast zehn Prozent des landesweit geernteten Getreides angebaut. Wegen ukrainischer Drohnenangriffe seit Mitte Juli sei der Betrieb der Häfen am Asowschen Meer eingestellt, sodass sich erhebliche Mengen an Agrarerzeugnissen angesammelt hätten, die nicht verschifft werden könnten. Die Weizenausfuhr sank im August auf 1,9 Millionen Tonnen und damit auf ein 16-Jahres-Tief. Zugleich ließen die überfüllten Lager die russischen Getreidepreise deutlich fallen.
Russland28.08.2026Russland — 28.08.2026
Das Bezirksgericht im russischen Swerdlowsk schließt die Liste der liberalen Partei „Jabloko“ von der bevorstehenden Wahl zur Regionalversammlung aus. Es gibt damit der Klage der nationalistischen „Liberaldemokratischen Partei Russlands“ (LDPR) statt. Diese hatte „Jabloko“ unter anderem Urheberrechtsverletzungen und die Verbreitung von Inhalten auf in Russland gesperrten Plattformen wie „Instagram“ oder „Facebook“ vorgeworfen. Konstantin Kisseljow, Spitzenkandidat von „Jabloko“ in der Region, kündigte Berufung an. Swerdlowsk ist bereits die sechste Region, in der die Liste von „Jabloko“ von den Regionalwahlen ausgeschlossen wird. Zuvor war die Partei bereits von den landesweiten Dumawahlen ausgeschlossen worden.
Russland27.08.2026Russland — 27.08.2026
In Sankt Petersburg wird ein Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte getötet. Vorläufigen Angaben zufolge detonierte ein in seinem Fahrzeug angebrachter provisorischer Sprengsatz. Seine Ehefrau wird schwer verletzt. Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren ein. Nach tödlichen Anschlägen auf russische Militärangehörige am 01. August in Moskau und am 13. August in Sewastopol ist dies bereits der dritte gemeldet Anschlag im August.
Russland27.08.2026Russland — 27.08.2026
Das russische Außenministerium erklärt einen Mitarbeiter der rumänischen Botschaft in Moskau zur Persona non grata. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Rumänien im vergangenen Monat. Rumänien hatte diesen nach einer Reihe von Luftraumverletzungen durch russische Drohnen ausgewiesen. Im Mai war im rumänischen Galati ein Wohnhaus durch eine abstürzende russische Drohne getroffen worden. Russland wies die Verantwortung für den Vorfall zurück.
Über die Länder-Analysen

Die Länder-Analysen bieten regelmäßig im kostenlosen Abonnement kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Ostmitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien. Alle Länder-Analysen verstehen sich als Teil eines gemeinsamen Projektes, das der wissenschaftlich fundierten, allgemeinverständlich formulierten Analyse der Entwicklungen im östlichen Europa, der Offenheit für verschiedene inhaltliche Positionen und der kostenlosen und nicht-kommerziellen Information einer breit verstandenen interessierten Öffentlichkeit verpflichtet ist.

Für die Länder-Analysen schreiben internationale Fachwissenschaftler/innen und Expert/innen. Die Redaktionen der Länder-Analysen bestehen aus Wissenschaftler/innen mit langjähriger Forschungserfahrung zu den jeweiligen Ländern. Angaben zu den jeweiligen Redaktionen finden sich auf der Seite Redaktionen/Beiräte und im Impressum in jeder einzelnen Ausgabe.

Die deutschsprachigen Länder-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Bereits seit 2003 erscheinen die Russland-Analysen. 2006 wurde das Länderspektrum um Ukraine-Analysen und Polen-Analysen erweitert. 2008 sind zusätzlich die Zentralasien-Analysen hinzugekommen, die sich mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan beschäftigen. Seit 2011 gibt es außerdem noch Belarus-Analysen. Für nähere Informationen zu den einzelnen Länder-Analysen wählen Sie das entsprechende Angebot bitte über die Navigation.

Alle Angebote können kostenlos per E-Mail abonniert werden. Bei den einzelnen Länder-Analysen stehen auch jeweils Archive aller bisher erschienen Ausgaben mit Autoren- und Themenindizes zur Verfügung sowie eine fortlaufende Chronik aktueller Ereignisse.

Zusätzlich besitzen die Länder-Analysen drei englischsprachige Partner-Publikationen, die von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen gemeinsam mit dem Center for Security Studies der ETH Zürich, dem Center for Eastern European Studies der Universität Zürich und weiteren Institutionen herausgegeben werden: Ukrainian Analytical Digest, Russian Analytical Digest und Caucasus Analytical Digest

Falls Sie regelmäßig aktuelle Analysen und Kommentare der Redaktionen der Länder-Analysen sowie der herausgebenden Institutionen lesen wollen, finden Sie fast täglich aktuelle Links unter: https://bsky.app/profile/laenderanalysen.bsky.social

 


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