Länder-Analysen

Aktuelles

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Aus den aktuellen Analysen
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Polen-Analysen Nr. 365

Die Partei Polen 2050 und ihr Zwischenspiel als Dritter Weg

Das Bündnis Dritter Weg (Trzecia Droga) entstand vor den Parlamentswahlen im Herbst 2023. Es war eine pragmatische Allianz zweier Parteien, die bisher nicht viel gemeinsam gehabt hatten, aber nun gegenseitige Unterstützung brauchten, um über die festgelegte Prozenthürde zu kommen. Die Polnische Bauernpartei (Polskie Stronnictwo Ludowe – PSL) ist eine klassische Agrarpartei, die in den letzten zwanzig Jahren infolge der Strukturveränderungen im ländlichen Raum an Bedeutung verloren hat. (…)

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Ukraine-Analysen Nr. 333

Die öffentlichen Finanzen der Ukraine in Kriegszeiten:
Entwicklungen und Herausforderungen

Die öffentlichen Finanzen der Ukraine sind seit der russischen Vollinvasion 2022 extrem unter Druck: Das Haushaltsdefizit liegt bei rund 20 % des BIP, die Verteidigungsausgaben haben sich vervielfacht, und mehr als 50 % der Staatsausgaben werden durch internationale Finanzhilfen gedeckt. Die inländischen Einnahmen reichen trotz Reformen und Steuererhöhungen nicht aus, um den Verteidigungsbedarf zu decken, während Wiederaufbau und Sozialausgaben weitgehend von externen Mitteln abhängen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, eine Haushaltsstrategie zu entwickeln, die Kriegsfinanzierung, soziale Stabilität und Schuldentragfähigkeit verbindet und dabei auf planbare externe Unterstützung angewiesen bleibt.

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Zentralasien-Analysen Nr. 171

Zwischen kollektiver Unterdrückung und fragmentierter Diaspora:
Die pamirische Emigration aus Berg-Badachschan seit 2022

Khursand Khurramov
Der Beitrag untersucht die umfassende Emigration aus dem Autonomen Gebiet Berg-Badachschan (GBAO) in Tadschikistan seit 2022 als Folge der bis heute anhaltenden Unterdrückung der pamirischen Minderheit durch das autoritäre Regime in Duschanbe. Er zeigt, wie sich die vormals wirtschaftlich motivierte Arbeitsmigration aus der Pamir-Region in eine politisch bedingte, langfristige Emigration wandelte, wobei Russland aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den tadschikischen Behörden keine sichere Option mehr darstellt. Anhand neuer Emigrationsrouten nach Europa und Nordamerika sowie der Erfahrungen pamirischer Migranten analysiert der Beitrag die institutionellen Grenzen westlicher Asylsysteme im Umgang mit kollektiver Verfolgung. (…)
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Belarus-Analysen Nr. 83

Der Raswodjaschtschij:
Lukaschenkas Nahostreise 2025/26 als Ausdruck der beständigen Muster der belarusischen Diplomatie

Boris Ginzburg
Lukaschenkas Nahost- und Nordafrikareise 2025/26 verdeutlicht die konstanten Muster der belarusischen Außenpolitik unter seiner Herrschaft: die Instrumentalisierung der Diplomatie zur Erlangung internationaler Legitimität, ein stark auf die herrschende Familie zentrierter, personalisierter Entscheidungsstil sowie proaktive – oft disruptive – Bemühungen, sich in globalen Angelegenheiten relevant zu machen. Indem die Reise im Kontext des breiteren diplomatischen Verhaltens Minsks betrachtet wird, argumentiert die Analyse, dass Belarus nicht als passiver russischer Stellvertreter abgetan, sondern als autonomer Störfaktor verstanden werden sollte, der regionale Dynamiken maßgeblich beeinflussen kann. Diese Merkmale haben direkte sicherheitspolitische Auswirkungen auf Europa sowie auf Deutschland und Israel im engeren Sinne, insbesondere im Hinblick auf die Kriege im Iran und der Ukraine sowie die sich abzeichnenden Sicherheitsbündnisse in der sich wandelnden europäischen und nahöstlichen Sicherheitsordnung.
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Neue Chronik-Einträge
Polen01.06.2026Polen — 01.06.2026
Das Büro von Präsident Karol Nawrocki teilt mit, dass dieser seit Beginn seiner Amtszeit am 6. August 2025 20 eigene Gesetzesentwürfe vorgelegt, 33 parlamentarisch verabschiedete Gesetze mit Veto blockiert und sieben Gesetze an das Verfassungstribunal weitergeleitet sowie 211 verabschiedete Gesetze unterzeichnet hat. Anlass des Resümees ist der Jahrestag des gewonnenen zweiten Wahlgangs der Präsidentschaftswahlen am 1. Juni 2025.
Polen30.05.2026Polen — 30.05.2026
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teilt bei der Unterzeichnung von Rüstungsverträgen im Rüstungsunternehmen Dezamet in Nowa Dęba mit, dass an diesem Tag im Rahmen des europäischen SAFE-Programms (Security Action for Europe) 29 Verträge im Wert von 78 Mrd. Zloty (ca. 18,4 Mrd. Euro) unterzeichnet werden. Dies sei ein historischer Schritt für die Modernisierung der polnischen Streitkräfte.
Polen29.05.2026Polen — 29.05.2026
Der Verfassungsrechtler und Menschenrechtler Adam Bodnar wird mit dem Hambacher Freiheitspreis ausgezeichnet. Die Verleihung findet im Hambacher Schloss im rheinland-pfälzischen Neustadt an der Weinstraße statt. In seiner Laudatio würdigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bodnar als leidenschaftlichen Kämpfer für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Als Bürgerrechtsbeauftragter hat Bodnar den Umbau des Justizsystems bekämpft, den die Regierung von Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) betrieben hat.
Polen29.05.2026Polen — 29.05.2026
Ministerpräsident Donald Tuks kritisiert die Entscheidung der ukrainischen Führung, eine Militäreinheit der Ukrainischen Armee nach der Ukrainischen Aufständischen Armee, kurz UPA, zu benennen. Die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verletze die historische Sensibilität der Polen. Präsident Karol Nawrocki fordert, Selenskyj die höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, abzuerkennen. Die UPA hat während des Zweiten Weltkrieges Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung begangen.
Polen28.05.2026Polen — 28.05.2026
Das Verteidigungsministerium teilt mit, dass sich Vizeverteidigungsminister Paweł Bejda bei seinem Besuch in den USA mit seinen Amtskollegen im US-Verteidigungsministerium Michael Duffey, Unterstaatssekretär für Einkäufe, und Thomas DiNanno, Unterstaatssekretär für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit, sowie mit Mary Beth Morgan, Direktorin der Agentur für Verteidigungszusammenarbeit, getroffen hat. Thema der Gespräche waren die weitere Stärkung der polnisch-US-amerikanischen Zusammenarbeit sowie der Technologietransfer im Verteidigungssektor.
Über die Länder-Analysen

Die Länder-Analysen bieten regelmäßig im kostenlosen Abonnement kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Ostmitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien. Alle Länder-Analysen verstehen sich als Teil eines gemeinsamen Projektes, das der wissenschaftlich fundierten, allgemeinverständlich formulierten Analyse der Entwicklungen im östlichen Europa, der Offenheit für verschiedene inhaltliche Positionen und der kostenlosen und nicht-kommerziellen Information einer breit verstandenen interessierten Öffentlichkeit verpflichtet ist.

Für die Länder-Analysen schreiben internationale Fachwissenschaftler/innen und Expert/innen. Die Redaktionen der Länder-Analysen bestehen aus Wissenschaftler/innen mit langjähriger Forschungserfahrung zu den jeweiligen Ländern. Angaben zu den jeweiligen Redaktionen finden sich auf der Seite Redaktionen/Beiräte und im Impressum in jeder einzelnen Ausgabe.

Die deutschsprachigen Länder-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Bereits seit 2003 erscheinen die Russland-Analysen. 2006 wurde das Länderspektrum um Ukraine-Analysen und Polen-Analysen erweitert. 2008 sind zusätzlich die Zentralasien-Analysen hinzugekommen, die sich mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan beschäftigen. Seit 2011 gibt es außerdem noch Belarus-Analysen. Für nähere Informationen zu den einzelnen Länder-Analysen wählen Sie das entsprechende Angebot bitte über die Navigation.

Alle Angebote können kostenlos per E-Mail abonniert werden. Bei den einzelnen Länder-Analysen stehen auch jeweils Archive aller bisher erschienen Ausgaben mit Autoren- und Themenindizes zur Verfügung sowie eine fortlaufende Chronik aktueller Ereignisse.

Zusätzlich besitzen die Länder-Analysen drei englischsprachige Partner-Publikationen, die von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen gemeinsam mit dem Center for Security Studies der ETH Zürich, dem Center for Eastern European Studies der Universität Zürich und weiteren Institutionen herausgegeben werden: Ukrainian Analytical Digest, Russian Analytical Digest und Caucasus Analytical Digest

Falls Sie regelmäßig aktuelle Analysen und Kommentare der Redaktionen der Länder-Analysen sowie der herausgebenden Institutionen lesen wollen, finden Sie fast täglich aktuelle Links unter: https://bsky.app/profile/laenderanalysen.bsky.social

 


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