Verhaltensstrategien der russischen Unternehmen in der Krise. Zur Bedeutung der mittelständischen Wirtschaft

Von Yuri Danilov, Andrei Yakovlev, Yuri Simachev

Zusammenfassung
Die russische Wirtschaft hat derzeit mit den Folgen der globalen Wirtschaftskrise zu kämpfen. Aber bereits jetzt sollte man sich nicht nur Gedanken über Wege aus der Krise, sondern auch über die Situation nach der Krise machen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Bewältigung der Krise ist eine gut durchdachte staatliche Politik, die Opportunismus und rent seeking, d. h. die Ausnutzung staatlicher Förderung, seitens der Unternehmen nachhaltig einschränkt. Nicht weniger wichtig sind auch die eigenen Bemühungen der Unternehmen zur Krisenbewältigung. Nur diejenigen Unternehmen werden nach der Krise in der russischen Wirtschaft von Bedeutung sein, die es schaffen, ihre Betriebsprozesse zu modernisieren und ihre Effizienz zu steigern. Die Aufgabe des Staates besteht nicht darin »alle Untergehenden zu retten«, sondern darin, die richtigen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zur Entwicklung der Unternehmen zu schaffen. Dies geschieht leider momentan nicht. Um eine neue, gut abgestimmte und zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik zu entwickeln, ist es wichtig eine klare Vorstellung davon zu haben, wie sich moderne russische Unternehmen typischerweise verhalten und wie sich Verhaltensmuster im Laufe der Krise verändert haben und wie sie sich in Zukunft ändern werden.

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Artikel

Antirevolutionäre Revolutionserinnerungspolitik: Russlands Regime und der Geist der Revolution

Von Il’ja Kalinin
Russlands Führung steht im Jahr 2017 vor einer Herausforderung: Sie muss Erinnerung an die Oktoberrevolution in ein Geschichtsbild verpacken, das Revolutionen als solche ablehnt. Ihre zentrale Botschaft lautet: Versöhnung. Doch es geht nicht um den Bürgerkrieg 1917–1920. Die Vergangenheit ist nur vorgeschoben. Es geht darum, jede Form von Kritik am heutigen Regime als Bedrohung des gesellschaftlichen Friedens zu diffamieren und mit dem Stigma zerstörerischer revolutionärer Tätigkeit zu belegen. (…)
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Analyse

"Schwarze Raider": Feindliche Übernahmen in der russischen Wirtschaft

Von Alexander Tschepurenko
Fusionen und Übernahmen haben in den letzten Jahren auch in Russland im Rahmen der Konsolidierung und Internationalisierung der Wirtschaft des Landes zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die meisten dieser Deals vollziehen sich relativ friedlich und gemäß der geltenden Gesetze. Allerdings werden ca. 10% der Fälle als feindliche Übernahmen charakterisiert, bei denen im russischen Kontext häufig illegale Methoden zur Anwendung kommen. Zu den Methoden der ‚schwarzen Raider’ gehört u.a. (…)
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