Der Einfluss der Wirtschaftskrise auf das Verhalten der russischen Industrieunternehmen

Von Andrei Yakovlev

Zusammenfassung
Im Auftrag des russischen Wirtschaftsministeriums führte die Moskauer Higher School of Economics in diesem Jahr die zweite Studie zur Wertbewerbsfähigkeit der Unternehmen der verarbeitenden Industrie durch, an der im Frühjahr 1006 Industrieunternehmen aus 8 Branchen und 44 Regionen Russlands teilnahmen. Nach unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre gehen wir davon aus, dass unsere Unternehmensauswahl bezüglich der zentralen Parameter repräsentativ für die russische verarbeitende Industrie ist. Der Fragebogen beinhaltete eine Reihe von Fragen, die den Einfluss der aktuellen Wirtschaftskrise auf das Unternehmensverhalten betreffen. Zuerst wurden die Unternehmensleiter gebeten, die Folgen der Krise für das eigene Unternehmen einzuschätzen. Anschließend sollten sie beschreiben, welche Maßnahmen ihr Unternehmen in Reaktion auf die Wirtschaftskrise ergriffen hatte. Danach wurden die Unternehmensvertreter gefragt, welche Schritte der staatlichen Wirtschaftspolitik zur Krisenbekämpfung aus ihrer Sicht am effektivsten für ihr Unternehmen und ihre Branche seien. Der folgende Beitrag gibt basierend auf den bereits ausgewerteten Antworten von 752 Fragebögen eine Analyse der Reaktionen und Einschätzungen der Unternehmen bezüglich der Wirtschaftskrise.

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Artikel

Antirevolutionäre Revolutionserinnerungspolitik: Russlands Regime und der Geist der Revolution

Von Il’ja Kalinin
Russlands Führung steht im Jahr 2017 vor einer Herausforderung: Sie muss Erinnerung an die Oktoberrevolution in ein Geschichtsbild verpacken, das Revolutionen als solche ablehnt. Ihre zentrale Botschaft lautet: Versöhnung. Doch es geht nicht um den Bürgerkrieg 1917–1920. Die Vergangenheit ist nur vorgeschoben. Es geht darum, jede Form von Kritik am heutigen Regime als Bedrohung des gesellschaftlichen Friedens zu diffamieren und mit dem Stigma zerstörerischer revolutionärer Tätigkeit zu belegen. (…)
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Analyse

Arbeitslosigkeit in Russland: Struktur und Dynamik während der globalen Wirtschaftskrise

Von Tatiana Karabchuk
Die Arbeitslosigkeit ist in Russland im Zuge der globalen Wirtschaftskrise nur vergleichsweise moderat gestiegen. Mit 9 % liegt die Arbeitslosenquote derzeit weniger als drei Prozentpunkte über ihrem letzten Tiefststand und ist auch im internationalen Vergleich relativ niedrig. Entgegen der Prognose vieler Experten hat sich der russische Arbeitsmarkt damit als krisenresistent erwiesen und die befürchteten sozialen Folgen sind größtenteils ausgeblieben. Beachtet werden muss aber auch, dass in einzelnen Regionen, vor allem im Nordkaukasus und in Monostädten, und für einzelne soziale Gruppen, vor allem Jugendliche mit geringem Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit ein immenses soziales Problem darstellt.
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