Analyse Von Andreas Umland
In Russland haben in den letzten Jahren rechtsextreme und nationalistische Positionen in Parlament und Gesellschaft an Boden gewonnen. Gewiss ist das ultranationalistische Parteienspektrums stark aufgesplittert,doch darf das nicht von dem Erstarken rechtsextremer Phänomene in der Gesellschaft ablenken. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die aggressive neonazistische Skinheadbewegung, die Teile der russischen Jugendkultur zunehmend prägt, sowie ein neofaschistischer Intellektuellendiskurs, der unter dem Tarnetikett „Neoeurasismus“ wachsenden Einfluss auf Politik und Sozialwissenschaften ausübt.
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Analyse Von Andreas Umland
In jüngeren Publikationen zum russischen Nationalismus wird häufig auf verschiedene extrasystemische Rechtsradikale sowie deren Verbindungen zur neuen urbanen Protestbewegung der RF eingegangen. Mindestens ebenso wichtig sind jedoch Entwicklungen im intrasystemischen Ultranationalismus des Putin-Regimes. In diesem Beitrag soll auf einige neue, extrem antiwestliche Intellektuellenzirkel eingegangen werden, die sich in den letzten beiden Jahren in Russland konstituiert haben. Im Angesicht der neuen Polarisierung zwischen Pro- und Anti-Putin-Kräften kommt es zu einem partiellen Schulterschluss des autoritären Regimes und seiner Propagandisten mit dem rechtsextremen Literati-Milieu sowie zu verstärkter Kooperation zwischen ehemals konkurrierenden antiwestlichen Intellektuellen, wie Sergej Kurginjan, Aleksandr Dugin und Aleksandr Prochanow. Die drei neuen, rabiat antiamerikanischen Diskussionsklubs, die hier kurz vorgestellt werden, schließen ein breites Spektrum von Publizisten, Journalisten, Politikern und Akademikern ein. (…)
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