Analyse Von Uwe Halbach
Mit der Geiselnahme in Beslan ist der Nordkaukasus insgesamt ins Blickfeld internationaler Aufmerksamkeit gerückt. Es ist deutlich geworden, dass der Tschetschenienkonflikt nur Teil einer Krisenlandschaft ist. Sie umfasst den ganzen russischen Nordkaukasus und ist eng mit den Konflikten im Südkaukasus verschränkt. Die russische Politik hat bisher keine Lösungskonzepte gefunden, die Öffentlichkeit reagiert häufig genug mit Verschwörungstheorien und Islamophobie. Jetzt besteht die Gefahr, dass der Tschetschenienkrieg, der als Regionalkonflikt entstand, zunehmend „dschihadisiert“ wird. (…)
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Analyse Von Olga Vendina
Die ethnische Immigration nach Russland folgt einer Logik, die charakteristisch für postkoloniale Staaten ist: die wesentlichen Herkunftsländer der Immigranten sind die ehemaligen sowjetischen Republiken. Doch auch China wird immer bedeutsamer. Innerhalb zweier Jahrzehnte nach dem Zerfall der Sowjetunion hat sich die Struktur der Immigration von ethnisch motivierter Immigration (Rückführung ethnischer Russen) hin zu einer ethnischen im Sinne der Zusammensetzung der Migranten verschoben. Unter den Bedingungen der neuen politischen und sozioökonomischen Realitäten ist die Beziehung der russischen Bevölkerung zu den ethnischen Immigranten durch zahlreiche Ängste beeinflusst, insbesondere in den grenznahen Regionen und Städten, die die Migranten anziehen. Ethnische Migration wird als Bedrohung der gesellschaftlichen Sicherheit wahrgenommen, was die Forderung nach einer beschränkenden und repressiven Migrationspolitik aufkommen lässt. (…)
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