Der „Tag des Sieges“ 2005. Internationalisierung und Kontinuität der Erinnerung

Von Andreas Langenohl

Zusammenfassung
Die Moskauer Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs – dem „Tag des Sieges“ – werden als Teil einer internationalen Kommemoration inszeniert, wie sie auch beim Gedenken an die Landung in der Normandie im Juni 2004 in Frankreich arrangiert wurden. Gleichzeitig aber sind russische Führung und Teile der Öffentlichkeit besorgt, dass die Rolle der Sowjetunion im Kriege vom Ausland nicht richtig wahrgenommen wird. Um dem entgegenzutreten, wird bei der Ausrichtung der Feiern an sowjetische Deutungskontinuitäten angeknüpft, was wiederum bei Vertretern der demokratischen Opposition auf Kritik stößt. Die Spannungen zwischen der von der russischen Regierung fortgeführten sowjetischen Erinnerungspolitik und der gebrochenen Erfahrung der russischen Gesellschaft bestehen also weiter.

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Analyse

Die nationale Sicherheit Russlands in der Bewertung von Experten

Von Reinhard Krumm
Die Sicherheitspolitik Russlands hat sich gewandelt und es stellt sich die Frage, wie die russischen sicherheitspolitischen Eliten diese Entwicklung wahrnehmen. Das Moskauer Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung hat gemeinsam mit dem Soziologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften eine Umfrage durchgeführt, die eben dies ermitteln sollte. Das Ergebnis ist überraschend: Die nationale Sicherheit Russlands, da sind sich die Experten und Beamten einig, wird weniger von außen als von innen bedroht. Nicht Atomwaffen der USA, nicht die NATO, nicht der Iran, sondern Korruption im eigenen Staatsapparat, soziale Ungerechtigkeit und Ineffizienz der Wirtschaftspolitik bedrohen Russland im 21. Jahrhundert. (…)
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