Kommentar Von Diana Schmidt
Russland schneidet nicht gut ab im diesjährigen Corruption Perceptions Index (CPI), herausgegeben von Transparency International. Doch Pressemeldungen, die allein aufgrund Russlands Abrutschen von Platz 90 (2004) auf Platz 126 (2005) endemische Korruption feststellen, gehen etwas zu grob mit den Daten um, noch dazu wenn das Argument mit anekdotischer Evidenz untermauert wird, wie der Verhaftung von Oleg Alexejew (Föderale Steuerbehörde) und Alexej Mischin (Zentralbank) wegen Bestechungsforderungen in Millionenhöhe just einen Tag nach der Herausgabe des Index.
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Analyse Von Ivan Ninenko, Julia Tkacheva
Der russische Staatskonzern für Atomenergie Rosatom, die bevollmächtigte Organisation zur Verwaltung der Atomenergie in Russland, genießt eine besondere rechtliche Stellung. Dem Gesetz zufolge ist Rosatom weder ein Unternehmen, ein Staatsorgan, noch eine gemeinnützige Gesellschaft, sondern ein ganz spezielles Rechtssubjekt, das jedoch viele Ähnlichkeiten mit traditionellen staatlichen Verwaltungsorganen hat. Eine Analyse der Unternehmenseinkäufe sowie der ineffizienten und intransparenten Ausschreibungsverfahren ermöglicht eine Einschätzung der Wettbewerbsbehinderungen und Korruptionsrisiken im russischen Atomsektor.
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