Soldatenmisshandlungen in der russischen Armee

Zusammenfassung
Ein Fall brutaler Soldatenquälerei hat die Aufmerksamkeit der russischen Öff entlichkeit auf die Zustände in den russischen Streitkräften gelenkt. Der Wehrpfl ichtige A. Sytschow wurde an der Panzertruppenschule Tscheljabinsk von anderen Soldaten derartig misshandelt, dass ihm beide Beine und die Geschlechtsorgane amputiert werden mussten. Die Quälerei jüngerer Soldaten durch ältere – die sogenannte „dedowschtschina“ – ist in der russischen Armee wie früher in der sowjetischen weit verbreitet, und die militärische Führung ist nicht in der Lage, diesen Übelstand abzustellen. Verteidigungsminister Sergej Iwanow reagierte erst spät auf den Vorfall und attackierte dann zunächst die Presse wegen ihrer Berichterstattung. Das „Komitee der Soldatenmütter“, eine NGO, prangert die unerträglichen Zustände seit langem an.

PDF-Datei in neuem Fenster anzeigen

Zum Weiterlesen

Analyse

Aktuelle Entwicklungen der interethnischen Beziehungen im Bezirk Stawropol

Von Andrew Foxall
Interethnische Beziehungen und Konflikte gewinnen im heutigen Russland zunehmend an Bedeutung. Dies trifft im besonderen auf den Nordkaukasus zu, wo anhaltende Unsicherheit kombiniert mit einer stagnierenden Wirtschaft zu wachsendem russischen Nationalismus, Xenophobie und der Angst vor Einwanderung führen. Im Bezirk Stawropol, dem einzigen Gebiet im Föderalbezirk Nordkaukasus, in dem ethnische Russen die Mehrheit stellen, ist die Lage besonders bedrohlich. Die Zunahme von interethnischen Spannungen und interethnischer Gewalt zeigt, dass die Durchschnittsbürger ihr eigenes Verständnis von interethnischen Beziehungen haben, das in scharfem Kontrast zum offiziell propagierten „ewigen interethnischen Frieden« steht.
Zum Artikel
Analyse

Die Ereignisse in Moskau vom 11. Dezember 2010: Der ethnische Ausdruck der politischen Krise

Von Emil Pain
Die Zusammenstöße zwischen Ultranationalisten, Fußballfans, Zuwanderern und der Polizei, die am 11. Dezember 2010 auf dem Moskauer Manegen-Platz nach der Tötung eines Fußballfans durch einen Zuwanderer aus dem Nordkaukasus ausbrachen, haben erneut gezeigt, dass ethnische Konflikte und Xenophobie im heutigen Russland weiter ein kritisches Thema sind. Der vorliegende Beitrag analysiert, wie wachsende soziale Unsicherheit und Unzufriedenheit im heutigen Russland kanalisiert wird und in ethnischem Hass, Kaukasier- und Islamfeindlichkeit Ausdruck findet.
Zum Artikel

Logo FSO
Logo DGO
Logo ZOIS
Logo DPI
Logo IAMO
Logo IOS