Perspektiven der ukrainischen Beziehungen mit der EU: Freihandel statt Mitgliedschaft

Von David Lane

Zusammenfassung
Für die Ukraine stellen sich die Vorteile eines EU-Beitritts ähnlich dar, wie für die neuen post-sozialistischen EU-Mitglieder. Die stärkeren wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen, die während der Sowjetzeit geknüpft wurden, würden jedoch bedeuten, dass ein Bruch mit Russland für die Ukraine eine viel größere Bedeutung hätte als für die bisherigen post-sozialistischen Mitgliedsstaaten. Die Führung der EU hat der Ukraine niemals einen Beitrittsstatus versprochen. Das für die Ukraine derzeit günstigste Szenario wären begrenzte Freihandelsabkommen sowohl mit der EU als auch mit Russland. Die Ukraine könnte in diesem Fall die Vorteile beider Seiten in Anspruch nehmen.

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Artikel

Zweieiige Zwillinge. PiS und Fidesz: Genotyp und Phänotyp

Von Kai-Olaf Lang
Die regierenden Parteien in Polen und Ungarn haben vieles gemeinsam. Beide streben einen neotraditionalistischen Umbau von Staat und Gesellschaft an. Demokratie verstehen sie als Mehrheitsherrschaft, das Mandat, das sie vom Volk an den Wahlurnen erhalten haben, soll nicht durch „checks and balances“ beschränkt werden. In der EU setzen PiS und Fidesz auf die Sicherung und den Ausbau nationalstaatlicher Hoheitsbereiche. Aufgrund außen- und europapolitischer Differenzen – insbesondere in der Sicherheits- und Russlandpolitik – ist allerdings keine nationalkonservative Achse in Ostmitteleuropa entstanden. (…)
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Kommentar

Kurzfristige Auswirkungen des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU für die Ukraine

Von Yiğit Tahmisoğlu
Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM), das CO₂-Bepreisungsinstrument der Europäischen Union für Importe, trat am 1. Januar 2026 in seine endgültige Phase ein. Die Ukraine, deren Exporte in die EU stark auf kohlenstoffintensive Sektoren konzentriert sind, ist besonders betroffen. Durch den CBAM könnten sich die ukrainischen Exporte in die EU in den Jahren 2026 und 2027 um ca. 1,2 Milliarden Euro reduzieren.
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