Analyse Von Natalia Tsybuliak, Yana Suchikova
Seit Russlands Vollinvasion leiden ukrainische Wissenschaftler:innen häufiger unter Burnout und Angstzuständen. Das verschärft Herausforderungen, die es bereits zuvor gegeben hat, etwa finanzielle Unsicherheiten, hohe Arbeitsbelastungen und institutionelle Umstrukturierungen. Flucht und Vertreibung, Schwierigkeiten mit digitalem Lernen und Kriegstraumata haben Fakultäten im ganzen Land schwer beeinträchtigt und bedrohen letztlich die Stabilität des gesamten Hochschulsektors. Trotz des dringenden Unterstützungsbedarfs im Bereich psychische Gesundheit gibt es bisher nur unzureichende institutionelle und staatliche Initiativen in diesem Bereich. Damit stehen sowohl die Wissenschaftler:innen als Individuen als auch das gesamte intellektuelle Kapital des Landes auf dem Spiel. (…)
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Analyse Von Andreas Umland
In der allgemeinen Diskussion um die Reform des ukrainischen Hochschulwesens und den zuständigen Bildungsminister Dmytro Tabatschnyk spielt die Kiewer Mohyla-Akademie eine besondere Rolle. Die Vertreter der Akademie melden sich in der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die politische Ausrichtung der Ukraine vergleichsweise laut zu Wort. Das Verhältnis zwischen der auf nationale Wiedergeburt orientierten Akademie und dem russophilen Bildungsminister, dessen Rücktritt von großen Teilen der ukrainischen intellektuellen Elite gefordert wird, ist ein besonders schwieriges. Der folgende Artikel untersucht diese und weitere Konfliktlinien.
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