Die ukrainischen Vorbereitungen für die Fußball-Europameisterschaft 2012. Auf dem Weg zu Prestige oder zu unvertretbaren Kosten?

Von Halyna Kokhan, Alexandra Wyschkina

Zusammenfassung
Als am 18. April 2007 der Präsident der UEFA Michel Platini das Ergebnis der Bewerbung um die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2012 verkündete, kannte die Euphorie bei den glücklichen Gewinnern keine Grenzen. Die gemeinsame Bewerbung von Polen und Ukraine hatte sich mit acht von zwölf Stimmen gegen die von Italien und die von Kroatien und Ungarn durchgesetzt. Platini gab zu, dass die Entscheidung, die Europameisterschaft im östlichen Teil Europas auszutragen, auch eine politische war. Sie berge sicherlich eine größere Herausforderung in sich als die Kandidatur von einem bereits gut vorbereiteten Italien.

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Analyse

Fußball und Fremdenfeindlichkeit in der Ukraine

Von Kerstin Zimmer
In der Ukraine gibt es eine gewaltbereite Hooligan- und Ultraszene, die sich fast ausnahmslos durch extrem rechte Rhetorik und Symbolik auszeichnet. Die Sicherheit der Zuschauer während der Fußball-Europameisterschaft gilt der UEFA und dem ukrainischen Staat als oberstes Ziel, das die ukrainischen Behörden vor allem durch Repression und Kontrolle erreichen wollen.
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Analyse

Ohne Visum zum Endspiel? Stand der Verhandlungen zur Visaliberalisierung zwischen der EU und der Ukraine

Von Stefanie Harter
Visaliberalisierung ist ein Thema, das sowohl die ukrainische Regierung als auch die Medien und die Bevölkerung stark beschäftigt. Die Hoffnung, dass mit der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2012 auch das visafreie Reisen in die EU möglich wird, ist weit verbreitet. In der Tat unternimmt die ukrainische Regierung große Anstrengungen, um den Vorgaben des Aktionsplans zur Visaliberalisierung nachzukommen. Eine Expertenkommission aus Brüssel und den Mitgliedsstaaten der EU wird noch im Oktober prüfen, inwieweit die Bemühungen, die oftmals sehr formalistisch-legalistisch sind, tatsächlich den Anforderungen entsprechen. Auch wenn mit der Gewährung der Visafreiheit für die Ukraine ein großer Erfolg für die europäische Nachbarschaftspolitik verbucht werden könnte – der außerdem in die Kaukasusstaaten strahlen könnte – darf nicht leichtfertig über institutionelle, politische und auch menschenrechtliche Defizite hinweggesehen werden. (…)
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