Politische Strategien wohltätiger Nichtregierungsorganisationen

Von Nadja Lobner, Maxim Zubarev, Vyacheslav Zyryanov

Zusammenfassung
In der Ukraine gibt es einige wohltätige Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die dank der transnationalen Zusammenarbeit mit westlichen NGOs nicht-staatliche Betreuungseinheiten zur Resozialisierung verwahrloster Kinder und Jugendliche aufbauen konnten und erfolgreich betreiben. Mit welchen politischen Strategien es diesen NGOs gelingt, trotz ungünstiger politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Bedingungen der defekten ukrainischen Demokratie erfolgreich neue Strukturen zu institutionalisieren und sich als wohltätige zivilgesellschaftliche Organisationen zu konsolidieren, wurde im Rahmen eines von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts an der Soziologischen Fakultät der Karazin-Universität in Charkiw untersucht. MOEL-Plus-Stipendiatin und Projektleiterin war Dr. Nadja Lobner, die Doktoranden Vyacheslav Zyryanov und Maxim Zubarev waren Projektmitarbeiter.

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Analyse

Der nahende Winter und gezielte russische Angriffe auf die kritische Infrastruktur verschärfen die humanitäre Krise in der Ukraine

Von Igor Mitchnik
Die humanitäre Situation in der Ukraine spitzt sich bereits vor dem nahenden Winter zu. Durch gezielte russische Luftangriffe auf die kritische Infrastruktur bis tief ins Landesinnere steht der gesamten Bevölkerung in der Ukraine ein harter Winter bevor, der die humanitäre Krise noch verschärfen wird. Es werden landesweite Versorgungsschwierigkeiten mit Strom, Wärme, Gas und Wasser erwartet und die Ost- und Südostukraine wird es vermutlich am härtesten treffen. Der Notstand betrifft besonders die mehr als sieben Millionen Binnengeflüchteten, die in vielen Fällen weder Arbeit noch finanzielle Rücklagen haben und auf staatliche, internationale und lokale Hilfe angewiesen sind.
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Analyse

Die Reform des Gesundheitswesens in der Ukraine – eine Herausforderung

Von Erica Richardson
Seit der Unabhängigkeit von 1991 wurde das ukrainische Gesundheitssystem einer grundlegenden Dezentralisierung unterzogen, bei der den subregionalen Regierungen Verantwortung für die Organisation und Finanzierung der lokalen medizinischen Versorgung übertragen wurde. Allerdings blieben die Finanzierungsmechanismen stark im Sowjetmodel der zentralen Planung und Verteilung verhaftet, wo für die Mittelzuteilung hohe Produktionsfaktoren Priorität haben, z. B. die Anzahl der Krankenhausbetten in einer Einrichtung. Dies macht das System ineffizient und die chronische Unterfinanzierung des Gesundheitssektors bedeutet, dass die beschränkten Ressourcen nicht effektiv genutzt werden. Die mangelhafte Finanzierung wird durch direkte formelle und informelle Zahlungen von Patienten und deren Familien kompensiert. (…)
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