Helden, Väter und Beschützer der Nation. Überlegungen zur Selbstinszenierung zentralasiatischer Präsidenten

Von Anja Franke-Schwenk

Zusammenfassung
Die Präsidenten der zentralasiatischen Staaten (mit Ausnahme Kirgistans) üben nicht nur seit vielen Jahren ein zentrales politisches Amt aus, sondern versuchen auch, ihre autoritäre Herrschaft mit Hilfe von Neuinterpretationen von Geschichte und Gegenwart zu legitimieren und sich zu unentbehrlichen Vätern und Beschützern ihrer Nationen zu stilisieren. Unter ihrem Namen publizierte Bücher, Denkmäler oder spezielle Feiertage sind Merkmale eines neuen Personenkultes, der zwar in jeder Republik seine eigene Ausprägung hat, in der Gesamtschau aber verblüffende Ähnlichkeiten aufweist.

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Analyse

Soziale Netzwerke statt staatlicher Hilfe. Mobilität und Integration kasachischer Migranten im »Land ihrer Vorväter«

Von Henryk Alff
Die Bevölkerung Kasachstans hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten wie die keines anderen zentralasiatischen Landes durch Migrationsströme gewandelt. Unter anderem sind nach offiziellen Zahlen bis 2008 rund 730.000 im Ausland lebende Kasachen den Einladungen der Staatsführung zur Rückkehr in ihre »historische Heimat« nachgekommen. Der folgende Text zeigt, dass sich das Bild der »Rückkehrmigration« wesentlich dynamischer und konfliktreicher darstellt, als von den politischen Eliten des Landes gern behauptet.
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Analyse

Die blauen Kuppeln von Leninabad. Geschichte, Charakter und aktuelle Herausforderungen einer zentralasiatischen Stadt am Beispiel des tadschikischen Chudschand

Von Wladimir Sgibnev
Die Städte Zentralasiens und ihre Bewohner sind auf der Suche nach ihrer Identität zwischen aus der Zeit der Seidenstraße ererbten Medresen und traditionellen Basaren auf der einen und sowjetischen Plattenbauten und Industrieanlagen auf der anderen Seite. Gleichzeitig führen die vielfältigen sozioökonomischen Probleme seit der Unabhängigkeit zu einem Zerfall der Infrastruktur und einer Ruralisierung der »gewohnten« Stadt, während die zentralasiatischen Eliten nach einem auch architektonischen Anschluss an die Moderne streben. Der folgende Artikel umreißt diese Probleme am Beispiel einer tadschikischen Provinzstadt.
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