Helden, Väter und Beschützer der Nation. Überlegungen zur Selbstinszenierung zentralasiatischer Präsidenten

Von Anja Franke-Schwenk

Zusammenfassung
Die Präsidenten der zentralasiatischen Staaten (mit Ausnahme Kirgistans) üben nicht nur seit vielen Jahren ein zentrales politisches Amt aus, sondern versuchen auch, ihre autoritäre Herrschaft mit Hilfe von Neuinterpretationen von Geschichte und Gegenwart zu legitimieren und sich zu unentbehrlichen Vätern und Beschützern ihrer Nationen zu stilisieren. Unter ihrem Namen publizierte Bücher, Denkmäler oder spezielle Feiertage sind Merkmale eines neuen Personenkultes, der zwar in jeder Republik seine eigene Ausprägung hat, in der Gesamtschau aber verblüffende Ähnlichkeiten aufweist.

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Analyse

Die blauen Kuppeln von Leninabad. Geschichte, Charakter und aktuelle Herausforderungen einer zentralasiatischen Stadt am Beispiel des tadschikischen Chudschand

Von Wladimir Sgibnev
Die Städte Zentralasiens und ihre Bewohner sind auf der Suche nach ihrer Identität zwischen aus der Zeit der Seidenstraße ererbten Medresen und traditionellen Basaren auf der einen und sowjetischen Plattenbauten und Industrieanlagen auf der anderen Seite. Gleichzeitig führen die vielfältigen sozioökonomischen Probleme seit der Unabhängigkeit zu einem Zerfall der Infrastruktur und einer Ruralisierung der »gewohnten« Stadt, während die zentralasiatischen Eliten nach einem auch architektonischen Anschluss an die Moderne streben. Der folgende Artikel umreißt diese Probleme am Beispiel einer tadschikischen Provinzstadt.
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Analyse

Revolutionen in Zentralasien? Der »Arabische Frühling« als Herausforderung für die Region

Von Andrea Schmitz, Alexander Wolters
Die Proteste in der arabischen Welt werden in Zentralasien lebhaft rezipiert und wecken dort Hoffnungen und Befürchtungen. Wie in den Revolutionsländern der arabischen Welt ist die Altersgruppe der 15 – 24-Jährigen in Zentralasien überproportional stark vertreten, und auch dort kreieren politische Entmündigung und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit hohe Frustrationspotentiale. Gleichzeitig haben der Ausbau neuer Kommunikationstechnologien und damit der Zugriff auf soziale Medien die Ereignisse in Tunesien, Ägypten und Libyen in den eigenen Erfahrungshorizont gerückt. Die staatlichen Autoritäten in Zentralasien begegnen dem neuen Grad der Vernetzung über das Internet und neuen Hoffnungen auf Veränderung mit verstärkten Kontroll- und Zensurmaßnahmen, die sozialen Protest zwar in Schach halten, dessen Ursachen jedoch nicht berühren und den Anschluss Zentralasiens an die digitale Welt auf Dauer nicht verhindern werden.
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