Analyse Von Bastian Sendhardt
Polen hat seine Politik gegenüber der Polonia und den Polen im Ausland seit 1989 schrittweise ausgebaut und zu einem eigenständigen Politikfeld verdichtet. Sie richtet sich an heterogene Zielgruppen – von Auswanderungsgemeinschaften in Westeuropa und Übersee bis zu polnischen Minderheiten in Ostmittel- und Osteuropa – und verbindet Identitäts- und Sprachpolitik, Minderheitenschutz, rechtliche Sonderinstrumente (Repatriierung, Karta Polaka) sowie politische Partizipation. Institutionell prägen Senat und Außenministerium, flankiert von nachgeordneten Einrichtungen, dieses Feld; seit Mitte der 2010er Jahre sind zudem Zentralisierungs- und Koordinierungsbestrebungen erkennbar. Mit der Regierungsstrategie 2025– 2030 wird die Diasporapolitik stärker als zuvor mit außen-, migrations- und arbeitsmarktpolitischen Zielsetzungen verknüpft und die Polonia explizit als Ressource und Partner in einer grenzübergreifend gedachten »globalen Nation« adressiert.
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