Regionale und gesellschaftliche Differenzierungen der Zufriedenheit mit dem Leben und der psychischen Verfassung

Von Krzysztof Zagórski

Zusammenfassung
Seit längerer Zeit wächst die Zufriedenheit der Polen mit ihrem Leben, wobei deutliche Unterschiede zwischen der Zufriedenheit mit dem Leben im Allgemeinen und der Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten des Lebens festzustellen sind. Die größte Quelle der Zufriedenheit mit dem Leben sind Kinder, es folgen die Ehe, der Freundeskreis und gute Bekannte. Weniger groß ist die Zufriedenheit mit dem Gesundheitszustand und dem Gesundheitssystem, und weniger als die Hälfte der Polen zeigt sich zufrieden mit ihrer Zukunfts perspektive und den allgemeinen materiellen Lebensbedingungen. Sowohl das Niveau der Zufriedenheit mit dem Leben im Allgemeinen als auch der Grad der Zufriedenheit mit einzelnen Aspekten weisen große regionale Unterschiede auf. Nicht nur die subjektiven Lebensbedingungen werden regional unterschiedlich ein geschätzt, dies ist auch bei der Zufriedenheit mit dem familiären Leben der Fall. Die gesellschaftlich-berufliche Situation behält jedoch den größeren Einfluss auf die persönliche Befindlichkeit. In der abschließenden Bewertung kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass die Einschätzung der Situation im Lande nur einen geringen Einfluss auf die Zufriedenheit mit dem Leben und die psychische Verfassung hat. Viel wichtiger ist die Beurteilung der familiären Situation und noch wichtiger das Gefühl, die eigenen Angelegenheiten beeinflussen zu können.

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Analyse

Polen nach den Parlamentswahlen 2011

Von Janusz A. Majcherek
Der Sieg der Bürgerplattform (PO) bei den Parlamentswahlen ist beispiellos, kommt aber nicht überraschend. Quelle des Erfolgs und der Dominanz der PO in der polnischen Politik ist die Herausbildung einer neuen, jungen Mittelschicht, die zur festen gesellschaftlichen Basis dieser liberal-konservativen Partei geworden ist. Das Ergebnis des Wahlduells zwischen den beiden wichtigsten Parteien PO und PiS ist fast eine Neuauflage von vor vier Jahren. Es bestätigt sowohl die Stabilität des Parteiensystems als auch die Kluft der geistig-weltanschaulichen Präferenzen innerhalb der polnischen Gesellschaft. Die größte Sensation dieser Wahlen, nämlich das plötzliche Auftauchen und hervorragende Abschneiden der Palikot-Bewegung ist ein Spiegelbild der wachsenden Forderungen nach Säkularisierung und Modernisierung. (…)
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Analyse

Zum Minderheitenstatus der polnischsprachigen Migranten in Deutschland

Von Andrzej Kaluza
Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag von 1991 sichert Angehörigen der deutschen Minderheit in Polen und Angehörigen der Gruppe deutscher Staatsbürger mit polnischer Abstammung oder Bekenntnis zur polnischen Sprache, Kultur oder Tradition vergleichbare Rechte zu. Die etwa 300.000 polnischen Staatsbürger, die sich als Deutsche verstehen, werden nicht nur durch den bilateralen Vertrag, sondern auch durch den polnischen Gesetzgeber als Minderheit anerkannt und genießen dadurch bestimmte Förderrechte (Bildung, Kultur, Medien) von Seiten des Staates. Dagegen hat die polnischsprachige Gruppe in Deutschland formalrechtlich nicht den Status einer nationalen Minderheit, da sie nicht zu den traditionellen in Deutschland ansässigen Minderheiten zählt, sondern aus Migranten besteht. Vertreter der »Polonia«-Organisationen in Deutschland streben diesen Status dennoch an. Der Autor weist darauf hin, dass sowohl die historischen Argumente wie auch die Ausdifferenzierung der Selbstidentifikation der Angehörigen der polnischen Gruppe in Deutschland den Status einer nationalen Minderheit nicht begründen können, gleichwohl aus dem deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag einzulösende Verpflichtungen (z. (…)
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