Polens Banken bislang relativ stabil

Von Reinhold Vetter

Zusammenfassung
Glaubt man den öffentlichen Äußerungen von Finanzminister Jacek Rostowski (Jan Vincent-Rostowski), dann ist der Bankensektor in Polen bei weitem nicht so stark von der internationalen Finanzmarktkrise betroffen wie in anderen EU-Staaten Ostmittel- und Südosteuropas. Andererseits fordern die Vertreter der großen polnischen Banken massive Hilfen vom Staat. Immerhin sind die Zeiten der zweistelligen Zuwachsraten bei den Gewinnen der Banken erst einmal vorbei. Doch spektakuläre Zusammenbrüche von Instituten zeichnen sich vorerst nicht ab und sind generell wohl kaum zu erwarten. Aber ihre wichtigste Aufgabe, nämlich die Wirtschaft und die privaten Verbraucher mit Finanzmitteln zu versorgen, erfüllen die Banken gegenwärtig nur sehr unzureichend. Sie halten sich inzwischen bei der Kreditvergabe extrem zurück, nachdem sie ihr Kreditvolumen in der Vergangenheit sehr stark aufgebläht hatten, während parallel dazu die Bedingungen zur internationalen Refinanzierung des Kreditgeschäfts immer schwieriger wurden. Gefahren birgt vor allem die Verschuldung in Fremdwährungskrediten. Doch gemessen an den massiven Hilfsprogrammen im Westen ist die von der Regierung und der Nationalbank dem Bankensektor bislang gewährte Hilfe vergleichweise bescheiden.

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Analyse

Mehr als ein Fußballfest – Die EM 2012

Von Reinhold Vetter
Die Fußball-Europameisterschaft EURO 2012 war für Polen ein wichtiger Erfolg. Das Land hat bei der Modernisierung der Infrastruktur einen Sprung nach vorn gemacht, auch wenn so manche Vorhaben nicht erledigt wurden. Trotz diverser kleiner Pannen funktionierte die Organisation. Die innere Sicherheit wurde gewährleistet, ohne dass Polen als Polizeistaat auftrat. Polnisch-russische Rangeleien waren eher ein Randereignis und polnische Hooligans spielten kaum eine Rolle. (…)
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Analyse

Die Selbstverwaltungswahlen 2010 – der Frauenanteil auf Listen und in Wahlen

Von Aleksandra Niżyńska, Małgorzata Druciarek
Das im Januar 2011 verabschiedete Wahlgesetz sieht vor, dass sich auf einer Wahlliste nicht weniger als 35 % Frauen und nicht weniger als 35 % Männer befinden müssen, damit diese zugelassen werden kann. Schon im Wahlkampf zu den Regional- und Kommunalwahlen 2010 war das Thema der Teilhabe von Frauen an der Politik zu einer Schlüsselfrage geworden. In der Tendenz stellt die Analyse einen systematischen Anstieg des Frauenanteils unter den Kandidaten für politische Ämter fest, doch ging dieser Anstieg von Wahl zu Wahl zurück. Im Vergleich zu 2006 gab es bei den Selbstverwaltungswahlen 2010 nur um 2 Prozentpunkte mehr Kandidatinnen. Die 35%-Regelung kann sich nach Auffassung der Autorinnen nur als effektiv erweisen, wenn die Parteien sich dazu entscheiden, Frauen auf den vorderen Plätzen der Wahllisten zu platzieren. (…)
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