Polens Banken bislang relativ stabil

Von Reinhold Vetter

Zusammenfassung
Glaubt man den öffentlichen Äußerungen von Finanzminister Jacek Rostowski (Jan Vincent-Rostowski), dann ist der Bankensektor in Polen bei weitem nicht so stark von der internationalen Finanzmarktkrise betroffen wie in anderen EU-Staaten Ostmittel- und Südosteuropas. Andererseits fordern die Vertreter der großen polnischen Banken massive Hilfen vom Staat. Immerhin sind die Zeiten der zweistelligen Zuwachsraten bei den Gewinnen der Banken erst einmal vorbei. Doch spektakuläre Zusammenbrüche von Instituten zeichnen sich vorerst nicht ab und sind generell wohl kaum zu erwarten. Aber ihre wichtigste Aufgabe, nämlich die Wirtschaft und die privaten Verbraucher mit Finanzmitteln zu versorgen, erfüllen die Banken gegenwärtig nur sehr unzureichend. Sie halten sich inzwischen bei der Kreditvergabe extrem zurück, nachdem sie ihr Kreditvolumen in der Vergangenheit sehr stark aufgebläht hatten, während parallel dazu die Bedingungen zur internationalen Refinanzierung des Kreditgeschäfts immer schwieriger wurden. Gefahren birgt vor allem die Verschuldung in Fremdwährungskrediten. Doch gemessen an den massiven Hilfsprogrammen im Westen ist die von der Regierung und der Nationalbank dem Bankensektor bislang gewährte Hilfe vergleichweise bescheiden.

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Analyse

Mehr als ein Fußballfest – Die EM 2012

Von Reinhold Vetter
Die Fußball-Europameisterschaft EURO 2012 war für Polen ein wichtiger Erfolg. Das Land hat bei der Modernisierung der Infrastruktur einen Sprung nach vorn gemacht, auch wenn so manche Vorhaben nicht erledigt wurden. Trotz diverser kleiner Pannen funktionierte die Organisation. Die innere Sicherheit wurde gewährleistet, ohne dass Polen als Polizeistaat auftrat. Polnisch-russische Rangeleien waren eher ein Randereignis und polnische Hooligans spielten kaum eine Rolle. (…)
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Analyse

Die polnisch-belarussischen Beziehungen zwischen Dialog und Konfrontation

Von Kamil Kłysiński
Die polnisch-belarussischen Beziehungen gehören immer noch nicht zu den unkomplizierten Nachbarschaftsverhältnissen. Infolge schwieriger historischer Erfahrungen und aktueller Bedingungen kam es zwischen Minsk und Warschau häufiger zu Spannungen als zum Dialog. Die Bemühungen Polens im Rahmen der EU-Politik, Belarus in zunehmend intensivere Kontakte mit der EU einzubinden, prallten auf den spezifischen Pragmatismus des belarussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka, der ausschließlich an Investitionen, Krediten und Technologien interessiert ist, ohne das Problem der Einhaltung der demokratischen Werte zu berühren. In einer solchen Situation war der Dialog zum Scheitern verurteilt. Dies zeigte auch das brutale Vorgehen gegen eine Demonstration der Opposition am Abend der Staatspräsidentenwahl in Minsk am 19. (…)
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