Östliche Partnerschaft – Perspektiven einer europäischen Ostpolitik

Von Cornelius Ochmann

Zusammenfassung
Nach der tragischen Flugzeugkatastrophe in Smolensk am 10. April 2010 ist es zu einem positiven Durchbruch in den polnisch-russischen Beziehungen gekommen. Die Anteilnahme der russischen Bevölkerung und Staatsführung an der Trauer der Polen bestätigte die bereits früher eingesetzte Annäherung der beiden Völker. Die politischen Folgen sind noch nicht absehbar, allerdings lassen sich einige Tendenzen erkennen. Am 24. Mai 2010 fand in Zoppot (Sopot) das informelle Treffen der Außenminister der Östlichen Partnerschaft statt, bei dem nach einjährigem Bestehen eine Bilanz gezogen wurde. Diese ist sehr mager ausgefallen. Außer der Gründung einer »Gruppe der Freunde der Östlichen Partnerschaft« wurden der Öffentlichkeit keine konkreten Fortschritte präsentiert. Am 5. Juni 2010 schlug Bundeskanzlerin Angela Merkel nach zehnstündigen Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedew die Verstärkung der Kooperation im Bereich der Sicherheit zwischen der Europäischen Union und Russland vor. Auch in diesem Fall sind die Auswirkungen noch unklar. Im Zusammenhang mit der politischen Entwicklung in den Nachbarstaaten der EU, d. h. in der Ukraine und in Belarus, stellt sich die Frage, ob die Östliche Partnerschaft die richtige Strategie für die Gestaltung einer europäischen Ostpolitik ist.

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Lesetipps / Bibliographie

• Cornelius Ochmann: Im Osten was Neues; spotlight europe 2009/06 http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/ xbcr/SID-5047C3D3-4D7E8F0/bst/Deutsch_spotlight_Im %20Osten %20was %20Neues_09-05-28.pdf

• Cornelius Ochmann (Co-Autor) mit Joachim Fritz-Vannahme, Armando García Schmidt, Margarethe Gawelek und Christian-Peter Hanelt: Hallo Nachbar! Für eine neue EU-Politik von Marokko bis Aserbaidschan; spotlight europe 2008/07 http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-165E5E1E-2055C247/bst/spotlight_Nach bar_07_2008_.pdf

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Analyse

Das Bild des Westens. Russische Ansichten zu Polen und Deutschland

Von Agnieszka Łada, Cornelius Ochmann
Das Bild des Westens in Russland verändert sich langsam, aber stetig. Das in Deutschland weit verbreitete Klischee, dass die Russen deutschlandfreundlich und polenkritisch sind, trägt nicht mehr. Die Russen sind vor allem russlandkritisch geworden und sehen die westlichen Nachbarn differenziert. Acht Jahre nach der Osterweiterung der EU sind die ersten Auswirkungen der tektonischen Veränderungen in der europäischen Kartenlandschaft auch in der russischen Gesellschaft spürbar geworden. Die Zivilgesellschaft in Russland entwickelt sich weiter. (…)
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Analyse

Die gegenseitige Wahrnehmung von Polen und Litauern

Von Aleksander Fuksiewicz, Jacek Kucharczyk, Agnieszka Łada
Die polnisch-litauischen Beziehungen waren in letzter Zeit angespannt. Als ein polnischer Minister im Jahr 2012 zu verstehen gab, dass er schon auf einen Regierungswechsel in Wilna warte, wurden sie frostig. Das Institut für Öffentliche Angelegenheiten (Instytut Spraw Publicznych – ISP) und die Bronisław Geremek Stiftung (Fundacja im. Bronisława Geremka) begannen daher im Sommer 2012 umfragebasierte Untersuchungen der gegenseitigen Wahrnehmung von Polen und Litauern. Unsere Hypothese war, dass es Polen und Litauern vor allem an gegenseitigem Verständnis für die gemeinsamen Beziehungen, die Ängste und Interessen fehlt. (…)
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