Analyse Von Andreas Umland
In den vergangen Monaten kann man eine erfreuliche Sensibilisierung der russischen Öffentlichkeit gegenüber Skinhead-Attacken und nationalistischer Propaganda beobachten. Dessen ungeachtet bleibt das Verhältnis der Putinadministration und der kremlgesteuerten Massenmedien zu xenophoben Tendenzen in Politik und öffentlicher Diskussion zweideutig. Während primitiver Fremdenhass und Gewaltaktionen öffentlich stigmatisiert werden, nimmt die Verbreitung insbesondere antiamerikanischer Stereotypen durch die Massenmedien und politische Publizistik ungehindert ihren Fortgang. So spielt etwa der Publizist Alexander Dugin, der in den neunziger Jahren offen profaschistisches Ideengut propagierte, im Diskurs der russischen politischen Eliten heute eine wichtige Rolle. Es dürfte interessant sein zu beobachten, wie die russische Führung in den kommenden Jahren mit den daraus erwachsenden Herausforderungen an die Innen- und Außenpolitik umgehen wird. (…)
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Analyse Von Andreas Umland
In jüngeren Publikationen zum russischen Nationalismus wird häufig auf verschiedene extrasystemische Rechtsradikale sowie deren Verbindungen zur neuen urbanen Protestbewegung der RF eingegangen. Mindestens ebenso wichtig sind jedoch Entwicklungen im intrasystemischen Ultranationalismus des Putin-Regimes. In diesem Beitrag soll auf einige neue, extrem antiwestliche Intellektuellenzirkel eingegangen werden, die sich in den letzten beiden Jahren in Russland konstituiert haben. Im Angesicht der neuen Polarisierung zwischen Pro- und Anti-Putin-Kräften kommt es zu einem partiellen Schulterschluss des autoritären Regimes und seiner Propagandisten mit dem rechtsextremen Literati-Milieu sowie zu verstärkter Kooperation zwischen ehemals konkurrierenden antiwestlichen Intellektuellen, wie Sergej Kurginjan, Aleksandr Dugin und Aleksandr Prochanow. Die drei neuen, rabiat antiamerikanischen Diskussionsklubs, die hier kurz vorgestellt werden, schließen ein breites Spektrum von Publizisten, Journalisten, Politikern und Akademikern ein. (…)
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