Russlands Wirtschaft im Aufwind

Von Heiko Pleines

Zusammenfassung
Die russische Wirtschaft wächst seit fünf Jahren mit Zuwachsraten von über 6%. Dieser dynamische Aufschwung wurde ausgelöst durch den Anstieg der Weltmarktpreise für Rohstoff e, insbesondere Erdöl, und durch die drastische Abwertung des Rubels nach der russischen Finanzkrise von 1998. Seit 2001 wird der Wachstumsprozess durch die Wirtschaftsreformen der russischen Regierung unterstützt. Obwohl der allgemeine Ausblick positiv ist, gibt es für die russische Wirtschaft etliche Risikofaktoren. Die Entwicklung ist abhängig vom Ausgang der anstehenden Parlamentswahlen, der Entwicklung der internationalen Rohstoff märkte und der Fähigkeit der Wirtschaftsreformen, konkrete Wachstumsimpulse zu setzen. Zu beachten ist auch, dass Russland trotz dynamischen Wachstums noch lange nicht das wirtschaftliche Niveau der derzeitigen EU-Beitrittskandidaten erreicht hat.

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Artikel

Antirevolutionäre Revolutionserinnerungspolitik: Russlands Regime und der Geist der Revolution

Von Il’ja Kalinin
Russlands Führung steht im Jahr 2017 vor einer Herausforderung: Sie muss Erinnerung an die Oktoberrevolution in ein Geschichtsbild verpacken, das Revolutionen als solche ablehnt. Ihre zentrale Botschaft lautet: Versöhnung. Doch es geht nicht um den Bürgerkrieg 1917–1920. Die Vergangenheit ist nur vorgeschoben. Es geht darum, jede Form von Kritik am heutigen Regime als Bedrohung des gesellschaftlichen Friedens zu diffamieren und mit dem Stigma zerstörerischer revolutionärer Tätigkeit zu belegen. (…)
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Analyse

Die russische Landwirtschaft im Privatisierungsprozess: Vom Kolchos- zum Investorenarchipel?

Von Peter Lindner, Alexander Vorbrugg
Nimmt man die im Dezember 1991 unter Präsident Jelzin verabschiedete Gesetzgebung zur Privatisierung der Kolchose und Sowchose als Ausgangspunkt, so ist die russische Landwirtschaft seit mittlerweile ziemlich genau 20 Jahren Ziel intensiver Restrukturierungsbemühungen. Im Rückblick fällt auf, dass erhebliche Diskontinuitäten und Brüche, veränderte Prioritäten und das Experimentieren mit unterschiedlichen Steuerungsinstrumenten diesen Prozess kennzeichnen. Paradox mutet insbesondere der Wandel an, dem das Leitbild der Restrukturierung unterworfen war: Setzten Anfang der 1990er Jahre viele Reformer Privatisierung mit der Entstehung kleinbäuerlicher Familienbetriebe gleich, so wurden später verstärkt die Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Kollektivbetriebe unterstützt, und in jüngster Zeit werden vermehrt Großinvestoren im ländlichen Raum aktiv, deren Eigentum (oder gepachtete Fläche) die Größe der ehemaligen Kolchose und Sowchose um ein Vielfaches übersteigt. 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion, so zeigt sich, befindet sich die russische Landwirtschaft noch immer in einem Prozess schneller und tief greifender Umbrüche, deren Ergebnis bislang nicht abzusehen ist.
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