Russland und China: Eine asymmetrische Partnerschaft?

Von Anastasia Vishnevskaya-Mann ()

Zusammenfassung
Der folgende Beitrag erschien zuerst am 25.04.2019 in der Rubrik »Gnosen« auf dekoder.org (https://www. dekoder.org/de/gnose/russland-china-beziehung-sanktionen).
Wie tief geht die bromance zwischen Putin und dem chinesischen Staatschef Xi? Diese Frage stellte die BBC 2015 (https://www.bbc.com/news/world-asia-china-32409409), rund ein Jahr nach der Krim-Annexion. Als Reaktion auf westliche Sanktionen forcierte Russland damals den 2012 eingeleiteten »Schwenk nach Asien«. Mit diesem Schwenk wollte Russland laut Beobachtern vom Westen unabhängiger werden und seine Wirtschaftsbeziehungen zu China intensivieren. 2014 kam eine neue Dimension hinzu: Die Hinwendung nach China sollte die sanktionsbedingten Einbußen ausgleichen. So jedenfalls das Kalkül des Kreml.
Tatsächlich trafen sich die beiden Präsidenten nun öfter, unterzeichneten viele bilaterale Verträge und setzten Großprojekte wie die Gaspipeline Sila Sibiri in Gang. Putin und Xi sollen sich auch persönlich gut verstehen.
Doch wie tief sind die russisch-chinesischen Beziehungen nach der Annexion der Krim tatsächlich?

PDF-Datei in neuem Fenster anzeigen

Lesetipps

• Urbansky, Sören (2015): Grenze im Fluss. China-Russland: Das Echo des Territorialdisputs, in: Osteuropa, Heft 5–6.
• Zuenko, Ivan; Zuban, Semyon (2016): Torgowlja meschdu Rossijej i Kitajem v 2018 g., in: Mirowaja ekonomika
i meschdunarodnyje otnoschenija, Nr. 7, S. 70–76.
• Carlson, Brian (2018): Vostok-2018: Another Sign of Strengthening Russia-China-ties: Not an Alliance, but Defense
Cooperation is growing, in: Stiftung Wissenschaft und Politik: SWP Comment, Nr 47.
• Djatlov, Viktor (2008): Ot »scholtoj opasnosti« k »kitajskoj ugrose«: evoljuzija odnoj migrantofobii v Rossii, in:
Larjuel, Marlen (Hrsg.): Russkij nazionalism: Sozialnyj i kulturnyj kontekst, S. 73–86.

Zum Weiterlesen

Analyse

Die »Neue Seidenstraße« und Russland: zwischen Geopolitik und Wirtschaft

Von Ivan Zuenko
Die vergangenen zwei Jahrzehnte waren eine Periode einer stetigen Annäherung zwischen Russland und China. Dieser Prozess ist Mitte der 2010er Jahre – angesichts der »Krimkrise«, der Verschlechterung der Beziehungen Russlands zum Westen und des Beginns des chinesischen Integrationsprojektes »Belt and Road Initiative« (BRI), in dem Russland eine gute Möglichkeit zur Bewältigung seiner geopolitischen und wirtschaftlichen Aufgaben erblickte, – intensiver geworden. Die Haltung Moskaus zu Pekings Initiative bleibt positiv, auch wenn Russland in den vergangenen sechs Jahren seit Beginn der BRI nicht jenen Strom an chinesischen Investitionen erhalten hat, mit dem es gerechnet hatte. Bedenkt man jedoch, dass die Qualitätsanforderungen an die Investitionen ursprünglich recht streng waren und die Ziele einer »Beteiligung« an der chinesischen Initiative auf dem Gebiet der Geopolitik und des Aufbaus einer multipolaren Welt lagen, ist die Politik Moskaus hinsichtlich der BRI als effektiv zu bezeichnen.
Zum Artikel
Analyse

Diplomatischer Tanz auf dem Eis: China, Russland und die »Arktis-Seidenstraße«

Von Nele Noesselt
2015 erklärten Moskau und Peking, auf eine synergetische Verbindung der von Moskau vorangetriebenen Eurasischen Wirtschaftsunion und der von Xi Jinping seit 2013 offiziell proklamierten »Neuen Seidenstraße« hinarbeiten zu wollen. Seit 2018 ist diese Kooperation mit Pekings »Arktis-Seidenstraße« um eine globale Dimension erweitert worden. Überschattet werden die bilateralen Interaktionsstrukturen durch die Spannungen mit den USA.
Zum Artikel

Logo FSO
Logo DGO
Logo ZOIS
Logo DPI
Logo IAMO
Logo IOS