Soldatenmisshandlungen in der russischen Armee

Zusammenfassung
Ein Fall brutaler Soldatenquälerei hat die Aufmerksamkeit der russischen Öff entlichkeit auf die Zustände in den russischen Streitkräften gelenkt. Der Wehrpfl ichtige A. Sytschow wurde an der Panzertruppenschule Tscheljabinsk von anderen Soldaten derartig misshandelt, dass ihm beide Beine und die Geschlechtsorgane amputiert werden mussten. Die Quälerei jüngerer Soldaten durch ältere – die sogenannte „dedowschtschina“ – ist in der russischen Armee wie früher in der sowjetischen weit verbreitet, und die militärische Führung ist nicht in der Lage, diesen Übelstand abzustellen. Verteidigungsminister Sergej Iwanow reagierte erst spät auf den Vorfall und attackierte dann zunächst die Presse wegen ihrer Berichterstattung. Das „Komitee der Soldatenmütter“, eine NGO, prangert die unerträglichen Zustände seit langem an.

PDF-Datei in neuem Fenster anzeigen

Zum Weiterlesen

Analyse

Die Ära Putin. Eine Bilanz in Meinungsumfragen

Von Hans-Henning Schröder
Repräsentative Umfragen zu den Putin-Jahre zeigen, dass der russische Präsident in der Bevölkerung hohe Akzeptanz genießt. Gespeist wird diese positive Haltung zum Regime durch die fortschreitende Besserung der Lebensverhältnisse, die die russischen Bürger seit 1999 erfahren haben. Wirtschaftswachstum und Anstieg der Reallöhne werden mit dem Handeln des Staatsoberhaupts in Verbindung gebracht, das seit September 1999 eine führende Rolle in der Politik einnimmt. Andererseits äußert die Bevölkerung am politischen System insgesamt und an seiner Funktionsweise berechtigte Kritik. Die ungleiche Vermögensverteilung, die Mängel des Gesundheitssystems und die perzipierten Sicherheitsprobleme nähren ein tiefes Misstrauen gegen den Staat und die politische Klasse, die ihn besitzt. (…)
Zum Artikel
Analyse

»Neoeurasismus« und Antiamerikanismus als Grundbestandteile des außenpolitischen Denkens in Russland

Von Andreas Umland
Die jüngste antiwestliche Aggressivität Russlands gründet unter anderem auf einer Koordinatenverschiebung im innerrussischen politischen Diskurs, welcher immer stärker von einer Denkschule bzw. Intellektuellenbewegung beeinfl usst wird, die sich selbst häufi g als »neoeurasisch« defi niert. Zwischen den verschiedenen Spielarten des »Neoeurasismus« existieren erhebliche weltanschauliche Unterschiede, wobei ein rabiater Antiamerikanismus das vereinigende Element bildet. Oft dient der demonstrative Rückgriff auf den klassischen Eurasismus der russischen Emigration der Zwischenkriegszeit rechtsradikalen Intellektuellen als Deckmantel für eine Infi ltrierung des postsowjetischen Denkens mit neorassistischen, okkultistischen und faschistischen Ideen. Der Führer der so genannten Internationalen Eurasischen Bewegung, Alexander Dugin, ist trotz seiner früheren Apologetik des »Dritten Reiches« heute zu einem angesehenen Kommentator aktuellpolitischer Ereignisse und anerkannten politischen Philosophen aufgestiegen. (…)
Zum Artikel

Logo FSO
Logo DGO
Logo ZOIS
Logo DPI
Logo IAMO
Logo IOS