Gespalten in Ost und West? Sprachenfrage und Geschichtspolitik in der Ukraine im Kontext der Wahlkämpfe 2004 und 2006

Von Wilfried Jilge

Zusammenfassung
Trotz des gestiegenen Interesses an der Ukraine während und auch nach der „Orangen Revolution“ dominiert in den westlichen Medien immer noch das Bild eines entlang weitgehend identischer politischer und sprachkultureller Trennlinien in Ost und West gespaltenen Landes. Die Phrase von der Spaltung des Landes, das angeblich kurz vor dem Auseinanderbrechen steht, ist jedoch vor allem Teil einer politischen Herrschaftsstrategie, die in der zweiten Amtsphase von Präsident Kutschma von den Ideologen des Regimes mit subtilen und weniger subtilen Mitteln (Zensur) zur Legitimation einer autoritären Machtvertikale erdacht wurde.

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Artikel

Antirevolutionäre Revolutionserinnerungspolitik: Russlands Regime und der Geist der Revolution

Von Il’ja Kalinin
Russlands Führung steht im Jahr 2017 vor einer Herausforderung: Sie muss Erinnerung an die Oktoberrevolution in ein Geschichtsbild verpacken, das Revolutionen als solche ablehnt. Ihre zentrale Botschaft lautet: Versöhnung. Doch es geht nicht um den Bürgerkrieg 1917–1920. Die Vergangenheit ist nur vorgeschoben. Es geht darum, jede Form von Kritik am heutigen Regime als Bedrohung des gesellschaftlichen Friedens zu diffamieren und mit dem Stigma zerstörerischer revolutionärer Tätigkeit zu belegen. (…)
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Analyse

Einstellungen junger Ukrainer:innen zur sowjetischen Vergangenheit

Von Lina Klymenko
Der Beitrag untersucht, wie junge Ukrainer:innen die Sowjetära wahrnehmen. Auf der Grundlage von Diskussionen junger Ukrainer:innen in Fokusgruppen stellt der Artikel heraus, dass junge Menschen in der Ukraine eine ambivalente Wahrnehmung der Zeit der kommunistischen Herrschaft haben. Eine Mehrheit der Befragten verurteilte zwar das kommunistische Regime, doch gab es auch einige, die es idealisierten. Die positive Sicht junger Ukrainer:innen auf die sowjetische Vergangenheit ist auf deren Unzufriedenheit mit dem heutigen politischen Regime und mit der sozioökonomischen Lage in der Ukraine zurückzuführen. Sie neigen sogar dazu, die ukrainische Entkommunisierungspolitik in Frage zu stellen. (…)
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