Ukrainisch-chinesische Beziehungen: Potenzial und Realität

Von Serhij Korsunskyj (Diplomatische Akademie des Außenministeriums der Ukraine)

Zusammenfassung
Die Beziehungen zwischen der Ukraine und China bergen zwar viel Potenzial, sind aber in der Realität geprägt von einfachem Handelsaustausch. Das zeigt sich auch darin, dass die ukrainische Regierung zwar wiederholt Interesse an der chinesischen Seidenstraße-Initiative bekundet hat, in den Plänen Pekings aber (im Unterschied zu den belarussischen und russischen Nachbarn) keine große Rolle spielt. Dennoch entwickelt sich China aktuell zu einem der größten Handelspartner der Ukraine, insbesondere in der Landwirtschaft. Es ist zu erwarten, dass der neue ukrainische Präsident und die neue Regierung vor allem aus wirtschaftlichem Interesse die politischen Kontakte zur Führung Chinas ausbauen werden. Mögliche Felder weiterer Zusammenarbeit liegen vor allem in den Bereichen Häfen, Straßenbau, Telekommunikation, Landwirtschaft und Energie.

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Analyse

Belarus in der chinesischen "Belt and Road Initiative": Die regionale Dimension

Von Roza Turarbekova
Das Interesse für die chinesische Politik in Osteuropa ist erst vor relativ kurzer Zeit erwacht und auf das zunehmende Handelsvolumen, die Zusammenarbeit bei Investitionen und den Bau verschiedener Infrastrukturprojekte im Rahmen der »Belt and Road Initiative« zurückzuführen. China wird in Belarus als einer der bedeutendsten strategischen Partner und neben Russland und der EU als »dritter wichtiger Player« betrachtet, der geopolitisch das belarussische »Manövrierfeld« erweitert. In der Ansprache von Präsident Lukaschenka 2019 vor der Nationalversammlung wurde China als strategischer Partner und als vorrangiges Objekt der Außenpolitik hervorgehoben, nach dem Unionsstaat von Belarus und Russland und der GUS sowie vor der EU. In diesem Beitrag werden die Beziehungen zwischen Belarus und China durch das Prisma der Minsker Beteiligung an der chinesischen Belt and Road Initiative sowie im Kontext anderer multilateraler Formate in Eurasien und Osteuropa betrachtet. Zudem wird die spezifische Rolle von Belarus in den chinesischen Initiativen beleuchtet. (…)
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Analyse

Polen und die Neue Seidenstraße

Von Paweł Behrendt
Ausdruck der wachsenden Rolle Chinas in der Welt ist die politisch wie wirtschaftlich motivierte Strategie der »Neuen Seidenstraße«. Sie beabsichtigt die Festigung des chinesischen Einflusses sowohl in Hochtechnologie- als auch in zahlreichen Schwellenländern auf allen Kontinenten. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Europäischen Union und hier vor allem den dazugehörigen Ländern Ostmitteleuropas, darunter Polen. Warschau erhoffte sich zunächst von der Initiative mehr wirtschaftliches Engagement Pekings im Lande selbst (Investitionen z. B. in Infrastrukturprojekte), um einer aus dem Gleichgewicht geratenen Handelsbilanz entgegen zu treten. (…)
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