Krieg in der Ukraine

Analysen zum Themenkomplex:

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Cyber-Operationen im Kontext des Russland-Ukraine-Krieges 2022

Matthias Schulze (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), 02.05.2022

Im Vorfeld des russischen Einmarsches in der Ukraine befürchteten Analyst:innen schwerwiegende Cyber-Angriffe etwa gegen kritische Infrastrukturen, die so Strom oder Kommunikationsnetze abschalten könnten. Größere destruktive Cyber-Vorfälle sind bisher im Kontext des Krieges nicht eingetreten. Das Cyber-Konfliktbild ist von gezielten Angriffen, Cyber-Spionage und den störenden Tätigkeiten von pro-russischen oder pro-ukrainischen Hacktivist:innen gekennzeichnet. Insgesamt haben diese Angriffe jedoch kaum Effekte im Krieg auf dem Boden und in der Luft. Es werden fünf Gründe für das Ausbleiben schwerwiegenderer Cyber-Angriffe genannt: erstens eine gute Defensive der Ukraine, zweitens eine unklare Datenlage, drittens überzogene Erwartungen an ein »Cyber-Pearl Harbor«-Szenario, viertens staatliche Zurückhaltung und fünftens die hohe wechselseitige Verwundbarkeit.

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Zur Dokumentation: Cybervorfälle im Verlauf von Russlands Krieg gegen die Ukraine (Februar bis April 2022)

Deutschland, die Ukraine, Russland und das Erbe des deutschen Kolonialismus in Osteuropa

Franziska Davies (Ludwig-Maximilians-Universität München), 11.04.2022

Deutschland wird von vielen Ukrainer:innen aktuell kritisch gesehen, weil es das von Russland angegriffene Land aus ihrer Sicht nicht konsequent genug unterstützt. Dabei sollte Deutschland eine besondere historische Verantwortung gegenüber der Ukraine haben, die sich aus den Gräueln des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges in der Ukraine ergibt, an die sich viele Ukrainer:innen aktuell erinnert fühlen, angesichts der brutalen russischen Kriegshandlungen, die zum Teil an den selben historischen Orten stattfinden. Doch nicht zuletzt wegen des unzureichend aufgearbeiteten kolonialistischen Blicks auf Osteuropa tut sich die deutsche Gesellschaft damit schwer.

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Zweierlei Spiegelungen. Putins und Selenskyjs rhetorische Strategien

Ulrich Schmid (Universität St. Gallen), 11.04.2022

Der Krieg in der Ukraine wird nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch in den Medien ausgetragen. Einem nervösen, ja hasserfüllten Putin steht ein mutiger Selenskyj gegenüber, den einige Kommentatoren schon den »Churchill« des 21. Jahrhunderts nennen. Putin spiegelt westliche Vorwürfe an Russland zurück, während Selenskyj patriotische Narrative seiner internationalen Gesprächsparter aufnimmt und auf die aktuelle Situation in der Ukraine anwendet.

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Verluste der russischen und ukrainischen Armee

Statistik, Stand: 27.03.2022

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Russlands Überfall auf die Ukraine: Warum gerade jetzt?

Felix Riefer (Bonn), 28.03.2022

Imperiales Gedankengut konstituierte sich auch im postsowjetischen Russland. Mit dem Eroberungskrieg Putins gegen die Ukraine wurden aus diesen Gedanken Taten. Es musste erst zum offenen Krieg in der gesamten Ukraine kommen, bis eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der revisionistischen Politik Russlands unumgänglich wurde und seitens der Bundesregierung, die über Jahre besonders nachsichtig mit dem Kreml umging, eine »Zeitenwende« deklariert wurde. Doch warum kommt es gerade jetzt zum Krieg gegen die Ukraine und der Eskalation mit dem Westen?

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Putins Angriff auf die Ukraine und die erzwungene Rückkehr zur Logik des Kalten Krieges

Jakob Hauter (University College London), 14.03.2022

Der Kreml spielt gezielt mit der Angst des Westens vor einem Atomkrieg. Die Vorstellung, dass ein gereizter und unter Druck geratener Putin alleine mit dem roten Knopf im Bunker des Kremls sitzt und über das Wohl der Menschheit entscheidet, nützt letztendlich vor allem dem russischen Regime.

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Russland will die Ukraine kontrollieren – und wird langfristig das Gegenteil erreichen

Eduard Klein (Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen), 14.03.2022

Russlands Invasion hat zu einem eklatanten Bruch geführt, allerdings anders, als von Putin und seinen Beratern erwartet worden war: Anstatt eines schnellen Zusammenbruchs des ukrainischen Staates (den es laut Putin gar nicht gibt) ist die ukrainische Gesellschaft – im gesamten Land, unabhängig davon ob West oder Ost – enger zusammengerückt. Wenn Putin mit seinem militärischen Einmarsch etwas zerstört hat, dann nicht den ukrainischen Staat, sondern das Band zwischen der Ukraine und Russland.

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Kommentar

Russland will die Ukraine kontrollieren – und wird langfristig das Gegenteil erreichen

Von Eduard Klein
Russlands Invasion hat zu einem eklatanten Bruch geführt, allerdings anders, als von Putin und seinen Beratern erwartet worden war: Anstatt eines schnellen Zusammenbruchs des ukrainischen Staates (den es laut Putin gar nicht gibt) ist die ukrainische Gesellschaft – im gesamten Land, unabhängig davon ob West oder Ost – enger zusammengerückt. Wenn Putin mit seinem militärischen Einmarsch etwas zerstört hat, dann nicht den ukrainischen Staat, sondern das Band zwischen der Ukraine und Russland.
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