Wirtschaftskrise ohne Arbeiterproteste. Zur Rolle von Gewerkschaften bei Arbeiterprotesten

Von Mihai Varga

Zusammenfassung
Tausende Studenten protestierten im Oktober 2010 gegen die Sparmaßnahmen der ukrainischen Regierung und im Winter des vorigen Jahres besetzten Kleinunternehmer Kiews Hauptplatz, um sich der Steuerpolitik Serhij Tihipkos zu widersetzen. Arbeiterproteste blieben aber aus, zumindest auf nationaler Ebene: Die größte Gruppe von Bürgern, die von den Sparmaßnahmen der Regierung betroffen war, protestierte nicht, und das trotz eines – im europäischen Vergleich – hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrades. In diesem Artikel analysiere ich die Rolle des größten Gewerkschaftsbundes in der Ukraine, der Föderation der Ukrainischen Gewerkschaften (FPU). Ich argumentiere, dass die geringe Einmischung der Arbeiter in die Politik vor allem dieser Gewerkschaft geschuldet ist. Die Gewerkschaft schafft es, die Arbeiter durch selektive Sozialleistungen zu demobilisieren, und sie erschwert die Verbreitung alternativer Gewerkschaften.

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Analyse

Fußball und Politik in der Ukraine ein Jahr vor der Fußball-Europameisterschaft 2012

Von Kateryna Kobchenko
Ein Jahr vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine analysiert die Autorin den Vorbereitungsstand der Ukraine zu diesem sportlichen Ereignis, das gleichzeitig eine wichtige politische Bedeutung hat. Es geht für die Ukraine u. a. darum, ihre Zugehörigkeit zur europäischen Kultur zu beweisen und damit auch die Ernsthaftigkeit ihres Strebens nach Integration in die EU. Dies wird nicht so sehr an den sportlichen Wettkämpfen, sondern eher an den Bereichen Infrastruktur, Organisation und Gastfreundschaft geprüft werden. Was die Ukraine schon geschafft hat, was im letzten Jahr vor der EM noch zu tun ist und nicht zuletzt die Situation des ukrainischen Fußballs insgesamt, wird dem Leser vorgestellt. (…)
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Analyse

Der wirtschaftspolitische Fortschritt bleibt aus. Weder Reformen noch nachhaltiges Wachstum sind in Sicht

Von Gunter Deuber, Andreas Schwabe
Aufstrebende Länder, wie die Ukraine, sollten in Bezug auf ihren Wohlstand langfristig zu den entwickelten Ländern aufholen. Im Lichte eklatanter Strukturschwächen und einer hohen makroökonomischen Volatilität ist in der Ukraine jedoch kaum ein Aufholen erkennbar. Auch die bereits sichtbaren Negativentwicklungen lösen keine verstärkten Reformanstrengungen aus. Unter diesen Umständen wird das Wirtschaftswachstum auch in Zukunft gering ausfallen. Eine nur langsame Annäherung an das Wohlstandsniveau der EU-Länder bleibt das wahrscheinlichste Szenario. (…)
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