Halbmondfinsternis. Aufstieg und Niedergang des Islam in Usbekistan seit dem Ende der Sowjetunion

Von Jesko Schmoller (Perm)

Zusammenfassung
Angestoßen durch die »Geistliche Verwaltung der Muslime Zentralasiens und Kasachstans« unter Führung des Mufti Muhammad Sodik Muhammad Jusuf und ausgehend von Taschkent erlebte die zentralasiatische Region in den Jahren des Umbruchs der späten 1980er und frühen 1990er eine wundersame Rückkehr der Religion. Diese Entwicklung ist deshalb erstaunlich, weil die Institution des Muftiats im Laufe ihrer Geschichte fast immer eine kontrollierende und regulierende Rolle spielte. Doch zumindest kurzfristig gelang es ihrem Oberhaupt, zwischen 1989 und 1993 an das historische religiöse Erbe anzuknüpfen und dem Islam Zentralasiens zu einer neuen Blüte zu verhelfen. Im Rückblick erscheinen diese wenigen Jahre der religiösen Freiheit als ein historischer Wendepunkt, der das Potential in sich barg, in Usbekistan ein Umfeld zu etablieren, in welchem religiöse Menschen im Einklang mit ihren Überzeugungen leben können. Heute herrscht dagegen ein Klima der Angst vor und Muslime, die sich mit ihren Vorstellungen abseits des staatlich definierten Mainstream bewegen, müssen um den Verlust ihrer Freiheit fürchten.

Am 11. März 2015 zogen Zehntausende trauernder Menschen durch die Straßen der usbekischen Hauptstadt Taschkent der Kuktscha-Moschee entgegen. Während der Verkehr um die Moschee komplett zusammenbrach, saßen Betende in sich gekehrt am Boden oder weinten still vor sich hin. Sie alle waren gekommen, einen Mann zu ehren, dessen plötzlicher Tod vom obersten Imam Taschkents als »Einsturz des Himmelsgewölbes« bezeichnet wurde.

Der so verabschiedete Muhammad Sodik Muhammad Jusuf war ohne Zweifel die höchste geistliche Autorität im Lande und genoss weit über dessen Grenzen hinaus Respekt. Und doch nahm er eine schwierige Position zwischen der Staatsmacht und der gläubigen Bevölkerung ein, als deren Vertreter er sich betrachtete. Muhammad Sodik kritisierte die Religionspolitik der usbekischen Regierung, die in seinen Augen eine weitere Ausbreitung des Islam verhinderte. Nach etwa sieben Jahren im selbst gewählten Exil in Libyen war er im Jahr 2001 in seine Heimat zurückgekehrt, um den Menschen nahe zu sein, die seinen Rat suchten, wenn er schon die massiven Eingriffe des Staates in ihre Glaubensangelegenheiten nicht unterbinden konnte. Als Folge der mit der Regierung im Vorfeld geführten Verhandlungen musste er sich mit seinen Äußerungen allerdings zurückhalten und konnte Kritik nur in vorsichtigen Dosen äußern. Dieser Drahtseilakt brachte ihm gerade auch von Seiten radikalerer Kräfte Kritik ein. Das gilt etwa für die einflussreiche islamistische Organisation Hizb ut-Tahrir, die an der Schaffung eines islamischen Staates arbeitet, und die zu den von Muhammad Sodik vertretenen Meinungen im Internet wiederholt kritisch Stellung bezog. Seiner Popularität in der Bevölkerung tat dies kaum Abbruch und viele der von ihm verfassten Texte und Bücher, von denen manche auch ins Russische übersetzt wurden, erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Abgesehen von diesen Schriften nahm Muhammad Sodik auch direkt Einfluss auf religiöse und politische Amtsträger, die sich als seine Bewunderer und Anhänger regelmäßig bei ihm zu Hause einfanden. Doch seine Tür stand auch jenen offen, die sich mit ihren Fragen zur Bewältigung des Alltags nicht an andere religiöse Autoritäten wenden konnten oder wollten. Frieden unter den Muslimen Usbekistans, der Region und der muslimischen Welt als Ganzes war das Ziel, welches er sein Leben lang verfolgte. Nach seinen Vorstellungen sollten die Gläubigen ihre Differenzen überwinden und sich vereinen. Aufgrund der Vorsicht, die er walten lassen musste, wenn er seine Ansichten kommunizierte, ist es nicht ganz leicht, ihn eindeutig einzuordnen. Besonders am Herzen lag ihm jedoch offensichtlich die Überwindung der Grenzen, die durch nationale Identitäten und die Zugehörigkeit zu den verschiedenen religiösen Rechtsschulen entstanden sind.

Das Wirken Muhammad Sodiks erscheint auf den ersten Blick rätselhaft bis widersprüchlich: Als Mufti der natürlich staatlich kontrollierten »Geistlichen Verwaltung der Muslime Zentralasiens und Kasachstans« (SADUM) führte er in den letzten Jahren der Sowjetunion beinahe eine religiöse Revolution herbei. Diese Entwicklung ist daher so erstaunlich, als SADUM und seine Vorgängerinstitutionen durchgängig Instrumente waren, mit denen der Islam überwacht und reguliert werden sollte. Doch eben in jener Einrichtung arbeitete sich ein Mensch an die Spitze, der maßgeblich daran beteiligt war, dem Islam nach Jahrzehnten der Repression zu einer Wiedergeburt zu verhelfen, die alle Hoffnungen der gläubigen Bevölkerung übertraf. Diese Beobachtung legt nahe, sich nicht allein mit der Person Muhammad Sodiks zu beschäftigen, sondern auch mit der Institution, die er repräsentierte. Davon überzeugt, dass sich die Ereignisse und Phänomene der Gegenwart nur begreifen lassen, wenn man die Vergangenheit miteinbezieht, soll ein Blick in die Geschichte des Wechselspiels zwischen Staat und Islam im Zarenreich und in der Sowjetunion geworfen werden. Allein wenn man den Entwicklungsprozess der Geistlichen Verwaltung und ihr institutionelles Erbe berücksichtigt, kann man die Bedeutung der gesellschaftlichen Re-Islamisierung vor und nach der Unabhängigkeit ermessen. Das gleiche gilt für die besondere Rolle Muhammad Sodiks, der, bildlich gesprochen im Zentrum des Getriebes sitzend, zumindest für ein paar wenige Jahre den gesamten Apparat umfunktionierte. Da Taschkent Ausgangspunkt für die Welle religiöser Rückbesinnung war, wird Usbekistan in den folgenden Absätzen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Belohnen und Überwachen

Ein systematischer Eingriff des russischen Staates in die religiösen Angelegenheiten seiner muslimischen Bevölkerung begann Ende des 18. Jahrhunderts unter Katharina der Großen. Die aufgeklärte Herrscherin sprach ihren Untertanen das Recht auf die Ausübung ihrer unterschiedlichen Religionen zu und im Jahre 1788 begründete sie eine Institution, die als »Orenburger Mohammedanische Geistliche Verwaltung« bekannt wurde, auch wenn sie ihren Sitz fast durchgängig in Ufa hatte. Das bedeutet, dass sie die Muslime des Reiches mit einer Einrichtung ausstattete, die eine kirchenähnliche Struktur aufwies. Von der Kaiserin selbst als Geschenk verstanden, sollte die muslimische Bevölkerung zukünftig keine untergeordnete Stellung mehr einnehmen, auch wenn für die sie repräsentierende Institution die christliche Kirche Modell stand. Dies bedeutete aber auch einen Versuch der Integration des Islam in das administrative System des Staates. Mit der Geistlichen Verwaltung sollten fortan Ordnung und Disziplin auf die religiöse Praxis Einfluss nehmen. Man wollte die Verbreitung von Ideen, die von außerhalb des Reiches kamen, unterbinden und die Inhalte der religiösen Lehre zumindest regulieren. Mullahs, Imame und andere muslimische Amtsträger brauchten zur Ausübung ihrer Tätigkeit nun ein Zertifikat. Im 19. Jahrhundert wurde es in vielen Moscheen üblich, einen Eid auf den Zaren zu schwören und für die kaiserliche Familie zu beten.

Die Bolschewiki griffen auf die Institutionen der Zarenzeit zurück, um das riesige Gebiet der 1922 begründeten Sowjetunion unter Kontrolle zu halten. Im Jahre 1923 riefen sie nach den Wirren des Bürgerkrieges das Muftiat in Ufa wieder ins Leben, das später in die »Geistliche Verwaltung der Muslime des europäischen Teils der Sowjetunion und Sibiriens« umbenannt wurde. Während des Zweiten Weltkrieges machten die Machthaber Zugeständnisse an die Bevölkerung, um einem Zusammenbruch des Staatsgebildes vorzubeugen. Die muslimische Bevölkerung profitierte von dem neuen politischen Kurs insofern, als dass die staatlichen Repressionen gegenüber islamischen Institutionen und deren Personal nachließen. 1943 wurden weitere Geistliche Verwaltungen, darunter zum ersten Mal auch eine in Zentralasien, eingerichtet. Für die Ausbildung zukünftiger religiöser Amtsträger übernahm diese neue »Geistliche Verwaltung der Muslime Zentralasiens und Kasachstans«, die ihren Sitz in Taschkent hatte, schon bald eine tragende Rolle.

Die Sowjetzeit ist nicht allein als Epoche der Kontrolle und Unterdrückung religiöser Kultur zu begreifen. Zum einen gelang es, Aspekte der muslimischen Tradition, wie die Feierlichkeiten des Lebenslaufes, in den Alltag hinüber zu retten. Zum anderen brachten nicht wenige Menschen scheinbar widersprüchliche Positionen miteinander in Einklang und konnten beispielsweise gleichzeitig Mitglied der Kommunistischen Partei sein und ein Beschneidungsfest für den Sohn organisieren. Dennoch ist der Blick in die sowjetische Vergangenheit bei zentralasiatischen Muslimen heute mehrheitlich von negativen Gefühlen geprägt.

Augenblicke der Hoffnung

SADUM stand mit seinen Aktivitäten von Anfang an unter strenger staatlicher Überwachung. Und trotzdem entwickelte es sich – unter Führung von Muhammad Sodik Muhammad Jusuf – zum Ausgangspunkt einer Bewegung der spirituellen Erneuerung. Widmen wir uns im Folgenden also der Person, die bis zum Untergang der Sowjetunion für die zentralasiatische Region das Amt des Muftis ausübte.

Muhammad Sodik kam am 15. April 1952 in Andischan, im traditionell und religiös geprägten Ferganatal der Usbekischen SSR, zur Welt. Die Familie beruft sich auf Vorfahren, die als Sufi-Scheichs des Nakschbandi-Ordens besondere Autorität genossen. Der Vater Muhammad Sodiks wurde selbst noch im Sufismus unterwiesen, doch aus Furcht vor Verfolgung hielt er sich von der religiösen Praxis fern und nahm keine Schüler an. Der erste Mufti Zentralasiens erteilte ihm 1950 an der berühmten wieder eröffneten Mir-i Arab-Madrassa in Buchara einen Lehrauftrag. Wenige Jahre später wurde er zum obersten Scheich und Wächter des unweit von Buchara gelegenen Schreins des hoch verehrten Mystikers Bahauddin Nakschband ernannt. Muhammad Sodik selbst erlernte die Grundlagen des Islam von seinem Vater und besuchte gleichzeitig eine sowjetische Schule. Später nahm er an der Mir-i Arab-Madrassa das Studium auf und setzte es am nach Imam al-Buchari benannten Taschkenter Islamischen Institut fort, wo er 1975 einen Abschluss mit Auszeichnung erwarb. Für jene Zeit äußerst ungewöhnlich reiste er nach Libyen und studierte dort an einer islamischen Hochschule. 1980 begann er für SADUM in der Abteilung für internationale Verbindungen zu arbeiten.

Im Laufe der folgenden Jahre gelang es Muhammad Sodik offensichtlich, nicht nur in Taschkent, sondern ganz Usbekistan und der gesamten Region religiöse Würdenträger durch sein Wissen, seine Fähigkeiten und Persönlichkeit zu beeindrucken. Am 6. Februar 1989 wählte die »Versammlung der Muslime Zentralasiens und Kasachstans« den gerade erst 37jährigen zum Mufti. Schaut man sich Videomaterial des Ereignisses an, scheinen die Freude und Begeisterung der Menge beinahe greifbar. Wieder und wieder hallt der Ruf »Gott ist groß!« durch den Saal und verleiht einer neuen Aufbruchsstimmung Ausdruck. Im selben Jahr wurde der junge Mufti außerdem zum Abgeordneten des Obersten Sowjet der UdSSR, dem höchsten gesetzgebenden Organ des Staates, gewählt. Er nutzte das politische Amt und seine direkte Verbindung zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Michail Gorbatschow, zur Umsetzung seiner Ziele im Bereich der Religion. Plötzlich erlangte die Bevölkerung religiöse Freiheiten, die für viele absolute Neuerscheinungen darstellten. Zum Beispiel konnten 1990 Tausende Muslime aus Zentralasien zum ersten Mal in ihrem Leben die Pilgerfahrt nach Mekka durchführen. Durch an den heiligen Stätten vorgenommene Restaurationsmaßnahmen gewann auch das Pilgerwesen innerhalb der Region an Dynamik, wurde von Seiten der Geistlichen Verwaltung allerdings vorsichtig reguliert. Um Abweichungen von der vorgeschriebenen religiösen Praxis zu unterbinden, teilte Muhammad Sodik jedem Schrein einen Imam zu, der dafür zu sorgen hatte, dass sich die Besucher vor Ort korrekt verhielten. Sie sollten von Opfergaben absehen und sich mit ihren Bitten um Schutz, Heilung und Hilfe nicht an einen Heiligen, sondern direkt an Gott wenden. Die vielleicht bemerkenswerteste Leistung des neuen Oberhaupts von SADUM war die Eröffnung von mehreren Tausend Moscheen in den wenigen Jahren seiner Amtszeit.

Der Anfang vom Ende

Das Ende der Sowjetunion im Jahre 1991 führte auch zur Auflösung der »Geistlichen Verwaltung der Muslime Zentralasiens und Kasachstans«. Der usbekische Zweig von SADUM wurde umbenannt in »Verwaltung der Muslime Usbekistans«, wobei Muhammad Sodik an ihrer Spitze blieb. Doch die Zeiten und mit ihnen das Verhältnis des Staates zur Religion änderten sich schnell. Schon bald wurde der Islam von Beratern des Präsidenten als potentielle Gefahrenquelle eingestuft. 1993 begannen die Vollzugsorgane des Staates damit, religiöses Personal unter Druck zu setzen und man überzeugte den Mufti davon, zur Wahrung seines Gesichts das Amt auf eigenen Wunsch niederzulegen. Nach einem Sprengstoffanschlag auf sein Wohnhaus entschied sich Muhammad Sodik für das selbstgewählte Exil in Libyen.

Für viele gläubige Usbeken setzen nun wenig erfreuliche Umstände ein. Die politisch motivierten Verhaftungen von mehreren Tausend Menschen durch die usbekische Regierung seit den 1990er Jahren ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass die meisten Verhaftungen und Urteile unabhängig denkende Muslime betrafen. Wegen angeblich verfassungswidriger Aktivitäten, der Mitgliedschaft in verbotenen religiösen und extremistischen Gruppen oder dem Besitz von verbotener Literatur wurden viele von ihnen zu langjährigen Gefängnisaufenthalten verurteilt. In den meisten Fällen bestand ihre »Schuld« darin, auf friedliche Weise ihre religiösen Überzeugungen leben zu wollen. Außer Muhammad Sodik hat die Regierung seit Mitte der 1990er Jahre praktisch jeden muslimischen Denker, der von ihrem vorgegebenen Kurs abgewichen ist, entweder verhaftet oder ins Exil gezwungen. Islamismus diente immer wieder auch als Grund für die Verhaftung von Kritikern des Systems, die keinen Bezug zur Religion hatten. Aus Sicht der Vertreter des Staates unbedingt zu vermeiden sind Positionen, die in ihren Augen als radikal gelten, weil die Religion hier einen gewichtigen Anteil des Alltags einnimmt. Ein alter Mensch mag fünf Mal am Tag beten, aber wenn sich ein junger Mensch für diesen Lebensstil entscheidet, erweckt dies bei Beobachtern bereits Misstrauen. Nun verwehrte man bärtigen Fußballfans den Zugang zum Stadion und forderte Studenten dazu auf, ihre Bärte abzurasieren. Frauen mit Kopftuch wurden auf Polizeistationen verhört und zur Abteilung für Terrorismusbekämpfung gebracht, wenn sie sich weigerten, zukünftig auf das Kopftuch zu verzichten. Die »Verwaltung der Muslime Usbekistans« ist derweil Sprachrohr und ausführendes Organ des Staates geworden.

Rückschau

In Anbetracht der beschriebenen harschen Unterdrückung des Islam, des heutzutage konfliktreichen Verhältnisses des usbekischen Staates gegenüber der Religion und seiner Bemühungen, ihm genehme Aspekte des Glaubens zu betonen, andere jedoch zu ignorieren, kann man sich die von Muhammad Sodik mitgetragene Bewegung der religiösen Erneuerung und ihre emotionale Resonanz in der Bevölkerung kaum noch vorstellen. Es scheint, dass damals eine Vielzahl von Faktoren zusammengewirkt und so eine Renaissance des Islam herbeigeführt haben. Zum einen nahmen die Geistlichen Verwaltungen grundsätzlich eine Mittelposition zwischen dem Staat und der Bevölkerung ein und Angestellte, denen es tatsächlich um die Bewahrung des Glaubens ging, hatten gewisse – wenn auch geringe – Möglichkeiten der Einflussnahme. Als nächstes spielte Muhammad Sodik Muhammad Jusuf ohne Zweifel eine herausragende Rolle und verstand es meisterhaft, zur Herbeiführung eines gesellschaftlichen Wandels den richtigen Weg einzuschlagen und über längere Zeit hinweg seine Möglichkeiten auszuschöpfen, ohne klare Grenzen zu überschreiten. Schließlich handelte es sich bei den späten 1980er und frühen 1990er Jahren um eine Zeit des radikalen Umbruchs, in denen der Staat nur noch geringe Kontrolle ausübte und das bislang Undenkbare auf einmal in greifbare Nähe rückte. Was genau hinter vorgezogenen Vorhängen geschah, lässt sich bei einem Staat mit undurchsichtigen politischen Strukturen wie Usbekistan nur schwer feststellen. Vermutlich war Muhammad Sodik schlicht zur rechten Zeit am rechten Ort und konnte andere Personen in Machtpositionen, die lange auf eine Rückkehr des Islam gewartet hatten, davon überzeugen, ihm als Anführer einer solchen Bewegung alle Tore zu öffnen. Mit seinem Tod ist diese Stimme nun endgültig verstummt und die Vision eines Heimatlandes, in dem jeder entsprechend der für ihn gültigen religiösen Vorschriften leben kann, erscheint wie ein ferner Traum.

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