Agrargigant Kasachstan. Probleme und Perspektiven der landwirtschaftlichen Entwicklung

Von Vera Belaya, Maryna Mykhaylenko

Zusammenfassung
Die Situation der Landwirtschaft in Kasachstan ist heute durch eine Reihe von Problemen gekennzeichnet, die zum Teil aus der Sowjetzeit ererbt, zum Teil aber auch aus der Transformation hervorgegangen sind, z. B. ein niedriger ländlicher Entwicklungsstand, geringe Produktivität u. a. durch mangelnde Finanzierung wegen ungenügender Kreditmöglichkeiten. Der Staat hat Schritte zur Reform des Agrarsektors eingeleitet, die aber bei weitem nicht ausreichen. Die Weiterentwicklung der Landwirtschaft ist eine Schlüsselaufgabe bei der Weiterentwicklung der Wirtschaft des Landes. Der vorliegende Beitrag fragt nach den Lösungsstrategien und Schlüsselaufgaben für die Schaffung von Wettbewerbsfähigkeit insbesondere im Bereich der Getreide und Fleischproduktion.

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Analyse

Zwischen staatlicher Kontrolle und Liberalisierung. Baumwollanbau in Usbekistan und Kasachstan im Vergleich

Von Anastasiya Shtaltovna, Anna-Katharina Hornidge
Seit der Auflösung der Sowjetunion haben Kasachstan und Usbekistan unterschiedliche Entwicklungspfade im Bereich des Baumwollanbaus eingeschlagen. Während die Baumwollproduktion in Usbekistan weiterhin die Quelle eines beträchtlichen Teils der exportbasierten Staatseinnahmen bildet, ist sie in Kasachstan – einem Land mit einer stärker auf die Ausbeutung seiner Öl- und Gasvorkommen ausgerichteten Wirtschaft – nicht von strategischer Bedeutung. Entsprechend schenken die Regierungen beider Länder der Baumwollproduktion ganz unterschiedliche Aufmerksamkeit. Die beiden Staaten differieren auch in Bezug auf marktwirtschaftliche Reformen: In Usbekistan ist die Regierungskontrolle über den Baumwollsektor weiterhin sehr ausgeprägt, während sich in Kasachstan eine allmähliche Lockerung der Kontrolle vonseiten des Staates vollzogen hat. Der Vergleich beider Staaten führt die Autoren zu einer Reihe von Empfehlungen zur Optimierung des Baumwollsektors Usbekistans, vor allem weniger Einmischung des Staates, Erhöhung des Ankaufpreises für Baumwolle, eine Vereinfachung des Steuersystems und Kapazitätsaufbau unter den landwirtschaftlichen Produzenten
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Analyse

Turkmenistans Exportkrise: Ist TAPI die Lösung?

Von Luca Anceschi
Rutscht Turkmenistan allmählich in eine beispiellose Exportkrise? Das Scheitern des Regimes bei der Umsetzung wichtiger Diversifizierungsmaßnahmen – vor allem solchen mit Einfluss auf die Produktionsstruktur, welche in all den Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion unverändert geblieben ist – hat sich in jüngster Zeit durch eine unerwartete, wenn auch nicht unvorhersehbare, Einengung der Exportoptionen des Landes noch verschlimmert. Der Gasexport, die Haupteinnahmequelle Turkmenistans, könnte sich bald zu einer größeren Herausforderung entwickeln. Im folgenden Text wird die schwierige Exportlage des Landes in einen breiteren Kontext gestellt und die Frage diskutiert, inwiefern die geplante Turkmenistan–Afghanistan– Pakistan–Indien (TAPI) Pipeline eine adäquate Lösung für die mittelfristig eintretende Exportkrise sein kann.
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