Kasachstan und das Atom – Zur Gründung der Bank für schwach angereichertes Uran

Von Birgit Wetzel

Zusammenfassung
Mit der Unterzeichnung der entsprechenden Verträge im Sommer 2015 in Astana wurde die Schaffung der weltweit ersten Bank für schwach angereichertes Uran im kasachstanischen Ust-Kamenogorsk besiegelt. Sie wird in einem Staat errichtet, der aus der Sowjetzeit ein besonderes Verhältnis zum Thema Atom mitbringt, erinnert sei an die dramatischen Folgen der Atomwaffentests in Semipalatinsk und die entschiedene Abkehr von Atomwaffen nach der Unabhängigkeit, aber auch das positive Verhältnis zur Energiegewinnung durch Atomkraft und den Handel mit Uran. Die neue Einrichtung unter Kontrolle der IAEA wird nach Ansicht der Autorin weltweit mehr Sicherheit nicht nur bei der regelmäßigen Versorgung von Leichtwasserreaktoren mit atomarem Brennstoff, sondern auch bezüglich der internationalen Kontrolle über nukleares Material bringen. Allerdings besteht noch Aufklärungsbedarf für die örtliche Bevölkerung.

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Analyse

Zusammenarbeit in Zentralasien – Neue Tendenzen und Perspektiven

Von Birgit Wetzel
Im Juni 2007 verabschiedete die EU einstimmig die erste Zentralasien-Strategie, im Mai 2019 die zweite Strategie mit dem Ziel, die Region in ihrer Zusammenarbeit und Entwicklung zu Demokratie und Marktwirtschaft nachhaltig zu unterstützen. Ihre Ziele wurden bis heute nur teilweise erreicht. Aber seit dem Tod des ersten Präsidenten von Usbekistan, Islom Karimow, und dem Amtsantritt seines Nachfolgers Schawkat Mirsijojew hat sich sowohl die regionale Zusammenarbeit, als auch die Zusammenarbeit mit der EU zunehmend entwickelt. Regelmäßige Treffen von Funktionsträgern auf unterschiedlichen Ebenen haben zum Abbau alter Rivalitätsmuster beigetragen und das Vertrauen untereinander gestärkt. Die Region hat sich im Inneren gefestigt und strukturiert, auch wenn ihr institutioneller Rahmen noch locker ist. (…)
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Analyse

Jenseits von Übertreibungen und Schlagzeilen. Zur Expansion chinesischer Landwirtschaftsbetriebe nach Tadschikistan

Von Irna Hofman
Chinas Einfluss in seinen zentralasiatischen Nachbarstaaten wächst in raschem Tempo. Seit die One BeltOne Road-Initiative (OBOR) gestartet wurde, mit der Beijings Engagement in Zentralasien und darüber hinaus beschleunigt werden soll, fassen Beobachter praktisch alle staatlichen wie privaten Aktivitäten Chinas in der Region unter diesem abstrakten Konzept zusammen. Chinesische Landwirtschaftsunternehmen in Tadschikistan können als ein Beispiel für die wachsende Vielfalt in der Präsenz Chinas in Zentralasien gelten; bei diesem Thema überschneiden sich Diskussionen um Chinas »globale Investitionen in Grund und Boden« und um OBOR. Über diese abstrakten Einordnungen hinaus zeigt die nachfolgende Analyse, dass chinesische Investitionen in landwirtschaftliche Nutzflächen in Tadschikistan sowohl durch die Dynamik des Wandels im chinesischen Agrarsektor als auch durch die besonderen Rahmenbedingungen der tadschikischen Agrarwirtschaft geprägt werden. Bei den chinesischen Hauptakteuren im Agrarsektor Tadschikistans handelt es sich zudem nicht vorrangig um staatlich gelenkte Unternehmen, sondern um kapitalistische, allerdings partiell an den Staat gebundene Firmen, die sich am Ziel der Gewinnmaximierung orientieren. (…)
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