Belarus-Analysen

Ausgabe 44 (25.09.2019), S. 3–7

Stiller Rück- und Umbau der belarussischen Streitkräfte trotz der Militarisierung in der Region

Von Siarhei Bohdan (Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität, Berlin)

Zusammenfassung
Der autoritäre Regierungsstil von Präsident Lukaschenka und seine Exzesse in Bezug auf Menschenrechte haben in westlichen Medien wenig Platz für die Diskussion über den faktischen Ausbau der Staatlichkeit unter Lukaschenka gelassen. Mittlerweile ist der Fortschritt, was die Armee anbetrifft, offensichtlich: Zu Beginn seiner Herrschaft vor einem Vierteljahrhundert waren die belarussischen Streitkräfte mit der Armee Russlands Teil ein und desselben Organismus und ohne Anbindung an Moskau kaum lebensfähig gewesen. Heute sind die belarussischen Streitkräfte eine etablierte Organisation mit Strukturen und einer Ausrüstung, die sich immer mehr von denen des russischen Militärs unterscheiden und eher für die Verteidigung eines durchschnittlichen europäischen Landes als für eine Konfrontation mit der NATO ausgelegt sind. Dieser Artikel portraitiert die belarussischen Streitkräfte und versucht zu klären, ob diese Armee, wie von manchen osteuropäischen Politikern behauptet, Russland zur Verfügung steht und damit die Nachbarn von Belarus bedroht.

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Lesetipps

  • Bohdan, Siarhei: Belarusian Army: Its Capacities and Role in the Region [=Ostrogorski Centre Analytical Paper 4]; https://belarusdigest.com/papers/belarusianarmy.pdf.
  • Über aktuelle Entwicklungen in den belarussischen Streitkräften im regionalen Kontext und im Vergleich mit Nachbarländern berichtet das Minsk Barometer. Diese Publikation erscheint zweimonatig und bietet unter anderem gründliche Analysen der Situation im Bereich der nationalen und regionalen Sicherheit. Das Minsk Barometer erscheint auch auf Englisch, die neueren Ausgaben sind unter der folgenden Adresse abzurufen: http://minskdialogue.by/en/research

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