Russisch-ukrainischer Krieg: Verletzung der Lufträume von Nachbarländern

Der russisch-ukrainische Krieg umfasst auch regelmäßige massive Luftangriffe: seit 2022 in Form russischer Angriffe auf zivile Infrastruktur in der gesamten Ukraine, seit einiger Zeit zunehmend auch durch ukrainische Angriffe auf russische Unternehmen und Infrastruktur im Bereich Rüstung und Erdöl weit entfernt von der Front.

Dabei wurden wiederholt die Lufträume von Nachbarländern verletzt. Eine von den Russland-Analysen erstellte Liste, basierend auf freizugänglichen Quellen, zählt insgesamt 111 Vorfälle, die teilweise mehrere Luftraumverletzungen im Zuge eines Angriffs umfassen. Die Daten haben wir frei zugänglich im »Discuss Data«-Datenrepositorium veröffentlicht: https://doi.org/10.48320/605FF859-01B0-41CD-9559-E89C9B186781

Teilweise handelte es sich um Versehen, vor allem im grenznahen Bereich, teilweise gelangten abgelenkte oder zerstörte Drohnen und Raketen auf das Territorium der Nachbarländer, teilweise wurde aber wohl auch das Gebiet von Drittstaaten bewusst als bessere Route für Angriffe ausgewählt.

Solche Luftraumverletzungen sorgten aber nur dann für Schlagzeilen, wenn sie große Konsequenzen hatten, vor allem als im November 2022 in Polen zwei Menschen durch Raketentrümmer starben, als Estland und Polen im Herbst 2025 den UN-Sicherheitsrat und einen NATO-Schutzmechanismus anriefen und zuletzt im Mai 2026 als nach dem Absturz ukrainischer Drohnen in Lettland zuerst der Verteidigungsminister des Landes und dann die Ministerpräsidentin zurücktraten.

Wie der folgende Überblick zeigt, betreffen aber die bei weitem meisten Verletzungen des Luftraums von nicht-kriegführenden Nachbarländern die Republik Moldau und Rumänien.5_ra482.jpg6_ra482.jpg7_ra482.jpg

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Analyse

Donbas im Fokus, Saporischschja im Blick: Die militärische Entwicklung des russisch-ukrainischen Krieges in 2025 und ein Ausblick auf 2026

Von Clement Molin
Da die diplomatischen Verhandlungsversuche 2025 erfolglos blieben, setzten Russland und die Ukraine die Kämpfe das gesamte Jahr über fort. Die Kriegsführung veränderte sich jedoch deutlich: Der Krieg entwickelte sich zu einer extrem drohnenlastigen, hochgradig tödlichen Gefechtsführung mit großen Grauzonen und instabilen Frontlinien, während gepanzerte Fahrzeuge an Bedeutung verloren. Russland konnte – unter hohen Verlusten – insbesondere in den Oblasten Donezk und Saporischschja weiter vorrücken und mehrere ukrainische Ortschaften erobern, ohne jedoch strategisch entscheidende Durchbrüche zu erzielen. Für 2026 ist zu erwarten, dass Russland seine Offensiven im Donbas und in Richtung Saporischschja fortsetzt, während die Ukraine angesichts des Personalmangels vor allem auf defensive Hindernislinien, Drohnen und begrenzte Gegenangriffe setzen dürfte.
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