Touristen aus Russland in der EU

In Reaktion auf den hybriden Angriff auf den Flughafen Leipzig/Halle hat eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärt: »Die Anzahl der erteilten C-Visa für russische Staatsangehörige zum Urlaub in der Europäischen Union ist zu hoch.« (Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/regierungspressekonferenz-2800710) Ein C-Visum wird ausgestellt für einen Kurzaufenthalt von bis zu 90 Tagen und gilt für den gesamten Schengenraum. Hintergrund ist, dass einer der Verdächtigen mit einem italienischen EU-Visum für Touristen eingereist sein soll. (https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-09/russland-anschlag-flughafen-leipzig-halle-touristenvisum-italien)

Die Visumsvorschriften für russische Staatsangehörige sind durch die EU seit September 2022 in drei Schritten verschärft worden (https://commission.europa.eu/topics/eu-solidarity-ukraine/eu-sanctions-against-russia-following-invasion-ukraine/visa-measures_de). 2023 ging die Visavergabe um ein Viertel zurück. Seitdem ist sie aber wieder gestiegen und lag 2025 über dem Wert von 2022, wie Grafik 1 zeigt. Etwa drei Viertel der erteilten Visa sind Touristenvisa. Auf den Plätzen zwei und drei bei der Häufigkeit der Vergabe an russische Staatsangehörige stehen Visa für Familienbesuche und Geschäftsreisen.

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Analyse

Die Visumpflicht in den EU-Russland Beziehungen: Technische Lösungen für einen Ausweg aus der politischen Sackgasse

Von Sergej Utkin
Die größere Reisefreiheit, die eine Errungenschaft der europäischen Integration nach dem Ende des Kalten Krieges ist, hat ihre Grenzen. Eine solche Grenze verläuft zwischen der EU und Russland. Der Visumdialog zwischen der EU und Russland hat im Jahr 2006 zu einem bedeutsamen Abkommen geführt. Der weitere Weg zur vollständigen Visumfreiheit bleibt aber bis heute versperrt. Der Grund dafür sind politische Spannungen, insbesondere der Ukraine-Konflikt. (…)
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