Herausforderungen und Konsolidierung der ukrainischen Gewerkschaftsbewegung

Von Lyudmyla Volynets

Zusammenfassung
Seit 1991 befindet sich die ukrainische Gewerkschaftsbewegung in einem Prozess der Konsolidierung. Trotz unterschiedlicher struktureller und ideologischer Ausprägungen der Gewerkschaften werden diese durchgängig als eher schwach bezeichnet. So pauschal ist diese Behauptung nicht ganz richtig, da die verschiedenen Gewerkschaften (die ehemals sozialistischen und die unabhängigen) unterschiedlich auf die Herausforderungen reagieren. Obwohl Letztere zahlenmäßig klein sind, ist ihre Kampfkraft höher. Gleichzeitig verläuft der Reformprozess bei den ehemals sozialistischen Gewerkschaften sehr schleppend.

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Analyse

Wirtschaftskrise ohne Arbeiterproteste. Zur Rolle von Gewerkschaften bei Arbeiterprotesten

Von Mihai Varga
Tausende Studenten protestierten im Oktober 2010 gegen die Sparmaßnahmen der ukrainischen Regierung und im Winter des vorigen Jahres besetzten Kleinunternehmer Kiews Hauptplatz, um sich der Steuerpolitik Serhij Tihipkos zu widersetzen. Arbeiterproteste blieben aber aus, zumindest auf nationaler Ebene: Die größte Gruppe von Bürgern, die von den Sparmaßnahmen der Regierung betroffen war, protestierte nicht, und das trotz eines – im europäischen Vergleich – hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrades. In diesem Artikel analysiere ich die Rolle des größten Gewerkschaftsbundes in der Ukraine, der Föderation der Ukrainischen Gewerkschaften (FPU). Ich argumentiere, dass die geringe Einmischung der Arbeiter in die Politik vor allem dieser Gewerkschaft geschuldet ist. Die Gewerkschaft schafft es, die Arbeiter durch selektive Sozialleistungen zu demobilisieren, und sie erschwert die Verbreitung alternativer Gewerkschaften. (…)
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Analyse

Reformpotenziale und -bedarf im ukrainischen Hochschulwesen

Von Ingmar Bredies
Der Ukraine ist stets ein hoher Grad von »Humanressourcen« (oder »Humankapital«) attestiert worden, was sich vor allem auf den hohen Prozentsatz von Hochschulabsolventen unter der Gesamtbevölkerung bezieht. Dem »Academic Ranking of World Universities 2007« zufolge ist jedoch unter den weltweit besten 500 Universitäten keine ukrainische Hochschuleinrichtung vertreten. Dennoch entwickelt sich gerade der Hochschulsektor gegenwärtig – im Kontrast zu einer überwiegend deklaratorischen Reformbereitschaft in anderen Gesellschaftsbereichen – überaus dynamisch. Dieser Beitrag nimmt das zweite nationale Hochschulranking und -monitoring des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Ukraine 2006/07 zum Anlass, um aktuelle Tendenzen vor dem Hintergrund fortschreitender Europäisierung im Hochschulwesen zu illustrieren.
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