Analyse Von Jens Boysen
Im Kontext der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 entstandenen verschärften Bedrohungslage für Polen hat der polnische Staat systematisch die Vergrößerung und Modernisierung seiner Streitkräfte vorangetrieben. Dies geschah sowohl unter der nationalkonservativen Regierung, die von der Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) geführt wurde (2015–2023), als auch unter der von der Bürgerplattform (Platforma Obywatelska – PO) angeführten liberalen Koalition (seit 2023). Die Verstärkung der Reserve durch die militärische Ausbildung von Bürgern, die bislang von der Pflicht zur Landesverteidigung nicht erfasst wurden, sowie regelmäßige Wehrübungen bilden dabei das zentrale Bindeglied zwischen Armee und Zivilbevölkerung. Allerdings besteht auch im rein zivilen Bereich der Bedarf an verstärkter Vorbereitung der Bevölkerung auf mögliche Gefahrensituationen, einschließlich der Befähigung zu Formen des Selbstschutzes. Wie in den meisten Ländern spricht man hier vom Zivilschutz bzw. (…)
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